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Westmecklenburger Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt : Das Artensterben aufhalten

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"Wir haben es in unserer Hand, das Artensterben aufzuhalten", warb Fiedler vom StALU um Unterstützung bei der Umsetzung des Managementplans für das FFH-Gebiet "Ruhner Berge.

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erstellt am 05.Mär.2011 | 11:47 Uhr

Marnitz | "Wir haben es in unserer Hand, das Artensterben aufzuhalten", warb Bernhard Fiedler vom Westmecklenburger Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) um Unterstützung bei der Umsetzung des Managementplans für das FFH-Gebiet "Ruhner Berge", wobei FFH für Fauna, Flora und Habitat (Lebensraum) steht. Das FFH-Gebiet "Ruhner Berge" liegt mitten im gleichnamigen Landschaftsschutzgebiet. Eine erste Inventarisierung der Tier- und Pflanzenwelt hat bereits stattgefunden: "Dabei wurden aber nur Arten mit signifikanter Präsenz erfasst", beschrieb Fiedler im Marnizer Bürgerbüro die Vorgehensweise, "mit der wir uns nicht um jeden einzelnen Quadratmeter kümmern brauchen." Das wäre auch etwas viel verlangt, hat das von Fiedler geleitete Umweltdezernat von Schwerin aus doch mehr als 60 FFH-Gebiete mit einer Gesamtfläche von über 15 Quadratkilometer zu betreuen.

Die "Ruhner Berge" wurden von der EU für wertvoll genug befunden, um in das europaweite Natura-2000-Netz eingegliedert zu werden. Das soll dazu beitragen, um seine Lebensraumtypen, Tier- und Pflanzenarten zu bewahren und - wenn sie in einem ungünstigen Erhaltungszustand sein sollten - wieder herzustellen.

Dank der Zuschüsse von EU und Land konnte das Schweriner Büro "Planung & Ökologie" damit beauftragt werden, einen Managementplan zu erstellen, den die Landschaftsplanerin Rita Heinemann präsentierte: "Ein günstiger Erhaltungszustand liegt vor, wenn 75 Prozent der relevanten Merkmale hervorragend oder gut ausgeprägt sind", erläuterte die Büroleiterin die Bewertungskategorien. Das gelte beispielsweise für sämtliche naturnahen Fließgewässer im FFH-Gebiet. Die meisten davon seien zwar stark beschattet, "aber für ihren Erhalt sind Entwicklungsmaßnahmen nicht hochdramatisch dringend".

Ungünstig sei es dagegen um die zahlreichen Tümpel oder kleinen Seen bestellt, die zu verlanden drohen - zum Beispiel das Wasserloch südöstlich von Griebow Mühle, "wo wir früher eimerweise Karauschen rausholten", erinnerte sich der Eigentümer. Er will sich beim StALU über erfolgversprechende Sanierungsmaßnahmen für sein Gewässer informieren.

Alarm schlug die Landschaftsplanerin, "weil das seltene Vorkommen des grünes Besenmooses als verschollen gilt". Seit 1992 sei dessen Standort ausgestorben.: "Erklärtes Ziel muss deshalb seine Wiederansiedlung sein." Das gelte ebenso für die geringen Bestände der schmalen Windelschnecke. Ein Landwirt aus der Nähe von Leppin signalisierte die Bereitschaft, für deren Erhalt seine Viehtränke zu verlegen, "wenn ich dafür einen Ausgleich erhalte".

Ein günstiges Umfeld bescheinigte Heinemann den Fischottern. Für die Bestände vom Bachneunauge lohne es sich allerdings, Wasserläufe in in einigen Bereichen durchgängiger zu gestalten.

Klaus-Dieter Feige, Vorsitzender im Umwelt- und Naturausschuss des Kreistags, kritisierte die Vorgehensweise des StALU: "Es wird der Eindruck erweckt, als ob Gefahr im Verzug ist." Es gehe dem Amt offenbar hauptsächlich darum, aktuelle Zustände zu bewahren: "Natur spielt sich aber als sukzessives Kommen und Gehen ab."

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