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Internationale Tourismusmesse : Zwischen Storch und Reformator

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Ministerpräsident Dietmar Woidke besucht den Brandenburg-Stand. Die Mark hat drei Dinge zu bieten: Natur, Kultur und Geschichte.

von
erstellt am 10.Mär.2017 | 05:00 Uhr

„MB“ steht auf der weißen Schleife des Ausstellungskatalogs, den Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin entgegennimmt. „MP müsst Ihr aber noch anders schreiben“, scherzt Dieter Hütte, der Geschäftsführer der Brandenburgischen Tourismusmarketing-Gesellschaft. „Das war Sächsisch“, parliert Woidke. Tatsächlich ist „MB“ nicht die sächsische Form der Abkürzung „MP“, die bekanntlich für „Ministerpräsident“ steht, sondern die Abkürzung für „Museum Barberini“ – dem neuen Touristenmagnet der Landeshauptstadt Potsdam.

Doch die Episode zeigt, wie gut und gelöst die Stimmung in der Brandenburger Tourismuswirtschaft ist. „Als ich noch beim Tourismusverband in der Lausitz war, hatten wir fünf Millionen Übernachtungen“, sagt Woidke gestern vor Beginn seines traditionellen Messerundgangs. „Heute haben wir 12,8 Millionen.“

Woran vor allem „drei gute Themen“ verantwortlich seien, die das Land Brandenburg Woidke zufolge im Tourismus zu bieten hat: Natur, Kultur und Geschichte. Das Museum Barberini ist für Woidke in diesem Zusammenhang ein „neuer Diamant“ in der Tourismuswirtschaft des Landes – in den ersten acht Wochen seit der Eröffnung wurden rund 100 000 Eintrittskarten verkauft, darunter 15 000 Dauerkarten.

Beim Thema Natur fällt Woidke dagegen die Prignitz ein – „eine schöne Region mit tollen Menschen mitten zwischen Hamburg und Berlin.“ Woidke würdigt den Elberadweg, und als er mit Kati Bork vom Tourismusverband Prignitz am Messestand steht, halten beide einen Plüschstorch in die Kameras – der Vogel soll für das Storchendorf Rühstädt werben. „Das hat sonst nichts zu bedeuten“, sagt Woidke. Schließlich ist der Brandenburger Ministerpräsident ja glücklicher Familienvater.

Am Stand der Uckermark dagegen trifft er auf einen alten Parteifreund – den Bundestagsabgeordneten Stefan Zierke, der die Gelegenheit nutzt, Woidke auf eine neue Broschüre zu Kulturangeboten in der Uckermark hinzuweisen.

Im Zentrum der Werbung für das Jahr 2017 steht allerdings im Land Brandenburg das 500. Jubiläum der Reformation. Am Stand des Landkreises Elbe-Elster erhält Woidke einen extra für ihn ausgefüllten Lutherpass. Und der Protestant Woidke wird nicht müde, bei dieser Gelegenheit von einem ganz speziellen Vorhaben für das Lutherjahr zu berichten: Er wolle so wie beim Lutherjahr 1983 eine Führung in „meiner Andreaskirche“ in Eisleben anbieten, und seinen katholischen Amtskollegen Stanislaw Tillich und Rainer Haseloff bei dieser Gelegenheit die Reformation erklären. Begeistert ist Woidke auch vom hohen Engagement der Menschen in Jüterbog. Dort, wo einst der Ablassprediger Tetzel den Zorn Martin Luthers hervorgerufen hat, ist besonders Pfarrer Bernhard Gutsche, das Gesicht der diesjährigen Werbekampagne des Landes Brandenburg, damit beschäftigt, den Besuchern die Zeit der Reformation nahezubringen. Dass im gleichen Ort ein immer rechtsradikaler auftretender Bürgermeister die Geschicke der Stadt lenkt, begeistert den Landesvater natürlich nicht. „Aber das Reformationsjahr wird in Jüterbog ein Erfolg – nicht wegen, sondern trotz dieses Bürgermeisters.“  


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