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Leitstelle in der Kritik : Zwei Tote nach Unfällen auf A12

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Fahrer eines Unglückswagens räumt Übermüdung ein. Kompetenzgerangel unter den Feuerwehren

svz.de von
erstellt am 19.Apr.2016 | 21:00 Uhr

Auf der Autobahn 12 zwischen Frankfurt (Oder) und Berlin haben sich am Dienstag innerhalb weniger Stunden zwei schwere Unfälle ereignet. Dabei kam jeweils ein Mann ums Leben, insgesamt vier weitere Menschen wurden verletzt.

Zum ersten Unglück kam es gegen 4.20 Uhr zwischen Storkow und dem Dreieck Spreeau. Laut Polizei war ein 19-jähriger Pole in einem Kleinwagen in Richtung Berlin unterwegs, als er nach rechts von der Fahrbahn abkam und mit der Leitplanke kollidierte. Nach unbestätigten Angaben soll der 47 Jahre alte Beifahrer nicht angeschnallt gewesen und bei der Kollision aus dem Auto geschleudert worden sein. Er starb noch am Unfallort. Laut Polizei erklärte der leicht verletzte Fahrer zum Unfallhergang, dass er am Steuer eingeschlafen sei.

Nur wenige Stunden später gegen 7.40 Uhr kam es unabhängig von diesem Unfall erneut zu einer Kollision. Zwischen Briesen und Fürstenwalde fuhr ein 42-Jähriger mit seinem Sattelzug auf einen anderen Lastwagen auf, der dann wiederum mit zwei weiteren Lastern zusammenstieß. Drei Fahrer wurden schwer verletzt und mussten teilweise mit dem Hubschrauber in Kliniken gebracht werden. Der ebenfalls aus Polen stammende Unfallverursacher war sofort tot. Die Ursache für den Auffahrunfall ist laut Polizei unklar. Die Fahrbahn in Richtung Berlin blieb wegen der Bergungsarbeiten bis zum Nachmittag gesperrt. Der Verkehr staute sich auf 14 Kilometern.

Der erste Unfall hat indes am Dienstag im Nachgang zu einem Kompetenzgerangel unter den Feuerwehren geführt. Die Leitstelle in Frankfurt (Oder) hatte die Wehren aus Spreenhagen und Fürstenwalde alarmiert. Das stieß beim Storkower Ortswehrführer Ingo Kittler auf Kritik. „Gemäß der geltenden Alarm- und Ausrückeordnung hätten wir angefordert werden müssen“, sagte er. So seien die Storkower Helfer acht Kilometer vom Unfallort stationiert, die Fürstenwalder Kräfte hingegen 20 Kilometer. Auch eine Alarmierung der Friedersdorfer Wehr hätte in Kittlers Augen Sinn ergeben. Sie hätte demnach von allen Wehren den kürzesten Weg gehabt. Der Storkower Wehrführer betonte, dass eine andere Alarmierung der Rettungskräfte wohl nichts am tragischen Ausgang dieses Unfalls geändert hätte.

„Aber es kommt bei solchen Einsätzen auf jede Minute an. Deshalb ist es unglücklich, dass die Alarmierung der Rettungskräfte durch die Leitstelle mal wieder nicht richtig funktioniert hat.“ In der jüngsten Vergangenheit hatte es aus Oder-Spree immer wieder Kritik dieser Art gegeben. Helmut Otto, Verantwortlicher für die Frankfurter Leitstelle, kündigte gestern eine Prüfung der Storkower Vorwürfe an. Es sei aber denkbar, dass die Leitstelle aus verkehrstechnischen Gründen von den Vorgaben abgewichen ist.

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