Positive Wirtschaftsprognose für 2018 : Zwei Prozent Wachstum erwartet

Die Betriebe der Brandenburger Metallbetriebe wie die Triebwerksfertigung von Rolls Royce in Dahlewitz stehen in den nächsten Jahren vor vielen Renteneintritten in der Belegschaft.
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Die Betriebe der Brandenburger Metallbetriebe wie die Triebwerksfertigung von Rolls Royce in Dahlewitz stehen in den nächsten Jahren vor vielen Renteneintritten in der Belegschaft.

Unternehmer: Fachkräftemangel und Verkehr bleiben Herausforderungen

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11. Januar 2018, 05:00 Uhr

Brandenburgs Unternehmensverbände rechnen für 2018 mit einem Wirtschaftswachstum von rund zwei Prozent. Eines der größten Probleme dabei sei der Fachkräftemangel, sagte der Hauptgeschäftsführer der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg, Christian Amsinck, gestern in Berlin. In der Industrie werde bis 2020 jeder fünfte Facharbeiter in den Ruhestand gehen. Ein Betrieb der Metallindustrie müsse in Brandenburg aber schon heute rund 166 Tage warten, bevor eine ausgeschriebene Stelle mit einem passenden Bewerber besetzt werden könne.

Während früher eine hohe Arbeitslosenquote das größte Problem der Region gewesen sei, gehe es heute um die Frage, wie man offene Stellen adäquat besetzen könne. Noch immer gebe es zu viele junge Leute, die die Schulen ohne Abschluss verließen und deshalb Probleme bei der Aufnahme einer Ausbildung hätten, so Amsinck.

Eine bessere Zusammenarbeit zwischen den Ländern mahnte Amsinck beim öffentlichen Nahverkehrs an. Nötig sei ein Mobilitätsticket, das neben der S-Bahn und den Regionalzügen auch das Carsharing abdecke. Gerade Brandenburg müsse in Züge investieren, bessere Takte im Regionalverkehr und längere Züge anbieten. „So lange der Umstieg nicht attraktiv ist, werden die Leute den eigenen Pkw nutzen“, sagte Amsinck.

Scharfe Kritik übten die Unternehmer an Berlin, das den Stellenwert des Wirtschaftsverkehrs – also der Lieferfahrten für Geschäfte, der Fahrten von Handwerkern zu Baustellen oder der Pflegedienste zu Patienten – systematisch unterschätze.

Von der nächsten Bundesregierung erwarten die Unternehmer „vernünftige Lösungen“ für die Lausitz. Für den Strukturwandel seien Gelder in Größenordnungen nötig, so Amsinck. „Spätestens in den 40er Jahren hat die Braunkohle ihre Pflicht erfüllt.“ Bis dahin müsse es Alternativen in der Region geben. Wichtig sei, die hochqualifizierten Fachkräfte der Energiewirtschaft in der Region zu halten. Hoffnung mache dabei jedoch, dass es etwa beim Berlin-Brandenburger Innovationspreis in den letzten Jahren so viele Teilnehmer aus der Lausitz wie nie zuvor gegeben habe.

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