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Brandenburg

21. November 2017 | 09:21 Uhr

Zukunft des Plastinariums ungewiss

vom

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erstellt am 06.Feb.2009 | 12:02 Uhr

Guben | Was künftig aus dem Plastinarium im brandenburgischen Guben wird, ist nach der Entlassung von der Hälfte der 128 Mitarbeiter nicht klar. "Einige Abteilungen können nun nicht wie ursprünglich geplant ausgebaut werden", sagt der umstrittene Leichenpräparator Gunther von Hagens. Das Plastinarium zur Leichenpräparation ist seit Jahresbeginn geschlossen. Es soll im Frühjahr 2010 als anatomisches Bildungszentrum wiedereröffnet werden.

"Auch die Fertigung von menschlichen Silikonplastinaten wird in Guben langsamer als geplant wachsen", kündigte der 64-jährige Anatom an. Unklar sei zudem, ob die im Herbst abgereisten chinesischen Plastinationsexperten wieder nach Guben zurückkämen. "Falls sie kommen, können 30 bis 40 Mitarbeiter wieder eingestellt werden und nicht wie ursprünglich geplant 50 bis 80".

Derzeit arbeiteten 57 Beschäftigte im Plastinarium, weltweit seien es etwa 350, sagt von Hagens. Er hatte zum 1. November 67 Mitarbeitern gekündigt und dies damit begründet, dass die Arbeitserlaubnisse für seine chinesischen Spezialisten nicht verlängert wurden.

"Wir wollen in diesem Jahr ungefähr drei Millionen Euro in den Umbau des Plastinariums investieren", äußerte von Hagens. So sollen die Ausstellungen zur Geschichte der Anatomie und zur Plastination menschlicher Körper anders angeordnet werden. "Im Werkstattbereich werden die einzelnen Organsysteme an Lerntischen positioniert", beschrieb von Hagens seine Pläne. "Außerdem legen wir anatomische Abbildungen mit schriftlichen Erläuterungen aus." Der Verkauf gehärteter Kunststoffscheiben von Mensch und Tier an Fach-Institutionen sei noch nicht angelaufen. "Wir füllen gegenwärtig unsere Lager auf", meinte von Hagens. Mit eineinhalb Jahren Verspätung solle voraussichtlich im Herbst die Plastination großer Tiere beginnen.

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