Potsdamer Prestigeprojekt stockt : Zukunft der Garnisonkirche ungewiss

Rohre und ein Bohrkopf liegen auf der Baustelle des Turms der Garnisonkirche.
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Rohre und ein Bohrkopf liegen auf der Baustelle des Turms der Garnisonkirche.

Der Wiederaufbau des 90 Meter hohen Turms stößt nach dem politischen Streit nun auf technische Probleme. Eine Lösung ist nicht in Sicht

svz.de von
15. Februar 2018, 05:00 Uhr

Nach dem Stopp der Arbeiten auf der Baustelle ist der weitere Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche ungewiss. Seit Jahresbeginn ruhe die Baustelle, da die ersten Bohrungen zur Gründung des 90 Meter hohen Turms nicht erfolgreich verlaufen seien, sagte gestern der Sprecher der Stiftung Garnisonkirche, Wieland Eschenburg. „Nun prüfen Experten, mit welcher anderen Bohrtechnik die Gründungspfähle durch das alte Fundament gebracht werden können.“Wann die Arbeit am Fundament fortgesetzt werden könne, sei ungewiss. „Wir sind aber optimistisch, dass das Projekt bald weitergeführt werden kann“, so Eschenburg. Welche Auswirkungen die Probleme auf Kosten und Zeitplan haben, konnte er nicht sagen.

So ist unklar, ob die Arbeiten am Fundament wie geplant bis Mai beendet werden können. Die könnte den knappen Zeitplan für den Bau des Turms ins Wanken bringen. Das Projekt muss bis 2020 abgeschlossen sein, dann läuft die Baugenehmigung aus.

Ungewiss seien auch die Auswirkungen auf die Kosten, die für eine komplette Fertigstellung auf rund 39 Millionen Euro veranschlagt sind, räumte Eschenburg ein. Jedoch betont die Stiftung, dass der Firma ein umfangreiches Gutachten über den Baugrund vorgelegen habe.

Für den Sockel des 90 Meter hohen Turms muss zunächst das historische Fundament der alten Garnisonkirche durchbrochen werden. Dabei sollen 38 Gründungspfähle 38 Meter tief in den Boden getrieben werden, auf denen die Fundamentplatte errichtet werden soll. Beim ersten Versuch habe sich das Bohrrohr nur schwer aus dem Erdreich ziehen lassen, teilte die Stiftung mit. Bei einer zweiten Bohrung sei gar das Rohr abgerissen. Daraufhin wurden die Bauarbeiten zunächst eingestellt.

Gegen den Wiederaufbau der einstigen Militärkirche wenden sich mehrere Initiativen. Darunter auch evangelische Christen, die in der Garnisonkirche eine Stätte des preußischen Militarismus sehen. Sie verweisen auch auf den „Tag von Potsdam“ im März 1933, als Reichspräsident Paul von Hindenburg dem neuen Reichskanzler Adolf Hitler in der Kirche die Hand gegeben hatte.

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