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Fachkräftemarkt für Bauberufe ist ausgeschöpft : Zugpferd Wohnungsbau

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Branche kann den Umsatz deutlich steigern: „Arbeitsmarkt praktisch leergefegt“

Die Baukonjunktur in der Region zieht weiter an. Das geht aus den vorgelegten neuesten Zahlen des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg hervor. Besonders der Zuzug in die Bundeshauptstadt und in den Speckgürtel sorgt für Aufträge. Brandenburg verzeichnete ein Umsatzplus von 46,6 Prozent im Vergleich zum Mai 2015 und konnte damit einen Gesamtumsatz von 262,1 Millionen Euro verbuchen.

Betrachtet man die ersten fünf Monate insgesamt, sind naturgemäß wegen des Winters die Werte weniger spektakulär, aber trotzdem sehr positiv. Der Umsatz im märkischen Bauhauptgewerbe lag von Januar bis Mai um glatt 19 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Und die positive Entwicklung dürfte anhalten, denn die Statistiker registrieren einen Auftragseingang, der um 7,7 Prozent über dem Vergleichszeitraum von 2015 liegt.

„Zugpferd ist der Wohnungsbau“, erklärt Reinhold Dellmann, Hauptgeschäftsführer der Fachgemeinschaft Bau Berlin und Brandenburg, die Entwicklung. „Allein die Brandenburger Betriebe konnten hier ein Plus von 135 Prozent verzeichnen“, freut sich der ehemalige märkische Bauminister. „Besonders freut uns, dass nun endlich auch der Tiefbau von dem allgemeinen Konjunkturhoch profitiert: Bei den Brandenburger Tiefbaufirmen stieg das Umsatzvolumen im gleichen Zeitraum immerhin um 9,5 Prozent.“

Die gute Entwicklung schlägt sich den Angaben zufolge jedoch nicht in den Arbeitsmarktzahlen nieder. In Brandenburg ist die Zahl der Beschäftigten um 0,9 Prozent zurückgegangen, auf rund 15 800 Bauarbeiter. Jedoch lastet das die Fachgemeinschaft, die nach eigenen Angaben rund 900 Mitglieder hat und sich als größten Bauarbeitgeber- und Bauwirtschaftsverband in der Region bezeichnet, nicht den Betrieben an. „Die Arbeitsmarktzahlen verdeutlichen noch einmal klar den Fachkräfteengpass unserer Branche. Der Arbeitsmarkt ist praktisch leergefegt, gute Leute sind nur noch sehr schwer zu finden“, klagt Dellmann. Dabei seien die Zukunftsaussichten am Bau gerade vor dem Hintergrund der guten Wirtschaftslage besser denn je. Jobs in der Bundeshauptstadt sind für Bauarbeiter wohl attraktiver als Stellenangebote im ländlichen Raum. Die Lohnentwicklung jedenfalls in Berlin ist besser: Hier lagen den Statistikern zufolge die Entgelte im Mai um 7,7 Prozent über dem Vorjahresmonat. In Brandenburg wurden 4,8 Prozent mehr gezahlt.

 

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erstellt am 22.Jul.2016 | 05:00 Uhr

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