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Kloster Neuzelle : Zisterzienser zurück an der Oder

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Eine Gruppe von Mönchen aus Heiligenkreuz soll die Wiederbesiedlung des Klosters Neuzelle prüfen

Lateinische Gesänge erklingen in der barocken Josephskapelle an der Neuzeller Stiftskirche (Oder-Spree). Mönche im weißen Habit des Zisterzienserordens sitzen in den Kirchenbänken. Sie beten das Stundengebet. So, wie es vielleicht vor 1817, als Neuzelle ein Kloster war, an jedem Tag in der Stiftskirche geschah. Pater Prior Simeon, Pater Kilian, Pater Meinrad und Frater Alberich wurden vom österreichischen Zisterzienserkloster Heiligenkreuz nach Neuzelle entsandt. Sie sollen auf Einladung des Görlitzer Bischofs Wolfgang Ipolt prüfen, ob das über dem Odertal gelegene Kloster wiederbesiedelt werden kann.

Zu viert leben sie nun als Gäste von Pfarrer Ansgar Florian im katholischen Pfarrhaus, direkt neben der Stiftskirche. Und die Stimmung ist gut bei den Mönchen aus Österreich. In Brandenburg seien sie herzlich aufgenommen worden, berichtet Pater Kilian. „Sogar bei McDonalds, wo wir einen Kaffee trinken wollten, wurden wir angesprochen.“ Denn die traditionelle Ordenstracht der Zisterzienser fällt in der Mark doch auf. „Manche dachten, wir gehen zum Kostümfest – aber uns haben auch Menschen angesprochen und viel Erfolg für unser Vorhaben gewünscht, die nicht in der Kirche sind.“

In Neuzelle trafen sich die Mönche mit vielen Gruppen der katholischen Kirchengemeinde, mit der politischen Gemeinde und Vertretern der staatlichen Stiftung „Stift Neuzelle“ zum Gespräch. Auch Bischof Ipolt und der Heiligenkreuzer Abt Maximilian kamen, um eine erste Bilanz zu ziehen. Ob Mönche aus Heiligenkreuz dauerhaft nach Neuzelle kommen, wird sich aber erst Ende des Jahres entscheiden.

Das Bild, auf dem Abt Maximilian die nach Neuzelle reisenden Mönche segnet, ist in den sozialen Medien oft geteilt worden. „Aber für uns ist das gar nichts Besonderes“, meint Pater Meinrad. „Jedes Mal, wenn jemand das Kloster verlässt und auf Reisen geht, wird er vom Abt gesegnet.“ Dass das Bild so populär wurde, zeuge aber vom Interesse an den Mönchen. „Wir haben Senioren getroffen, die dafür beten, dass wir nach Neuzelle kommen“, sagt Pater Simeon bewegt. „Die Menschen haben Sehnsucht nach einem geistlichen Zentrum, einem Ort der Stille und des Gebets, wo sie ihre geistliche Last ablegen können“, sagt Pater Meinrad.

Diesen Ort können sich die Zisterzienser in Neuzelle vorstellen. Mit Angeboten für Gespräche, mit Gottesdiensten, Seelsorge und Beichte. „Den Menschen wird bewusst, dass sie ihr Leben nicht zur Gänze selbst in der Hand haben“, sagt Pater Meinrad. „Sie haben eine tiefe Sehnsucht nach Befreiung und Erfüllung.“

Wenn die Mönche in ihren weißen Gewändern über den Platz vor der Stiftskirche laufen, bleiben die Touristen stehen. Handys werden gezückt, Bilder geknipst und es kommt zu Gesprächen. „Wenn wir in der Kirche stehen, beten und singen, ist das anziehend für die Menschen“, beobachtet Pater Kilian. Aber reichen die freundlichen Begegnungen in Neuzelle aus, um auf Dauer in Brandenburg zu bleiben?

Festlegen wollen sich die Mönche derzeit nicht. Noch müssten viele praktische Fragen geklärt werden, beispielsweise, wo sie leben sollen. „Das Pfarrhaus hier geht zum Beispiel nur für den Übergang“, sagt Pater Kilian. „Aber uns ist natürlich auch klar, dass es hier eine große Bereitschaft und viele Hoffnungen auf allen Seiten gibt.“

 


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erstellt am 20.Jul.2016 | 05:00 Uhr

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