Zeitplan des BBI-Baus steht auf Prüfstand

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12. Juni 2010, 01:57 Uhr

Schönefeld/Berlin | In zwei Wochen fällt im Aufsichtsrat die Entscheidung: Dann wird klar sein, ob die Eröffnung des neuen Großflughafens Berlin Brandenburg International (BBI) in Schönefeld verschoben werden muss. Der Projektausschuss des Kontrollgremiums der Flughafengesellschaft klopfte gestern den Zeit- und Kostenplan ab. Die sechs Mitglieder, darunter Brandenburgs Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) und der Berliner Regierungschef Klaus Wowereit (SPD), berieten darüber, ob und unter welchen Bedingungen sich der Eröffnungstermin 30. Oktober 2011 halten lässt.

Dabei machten sie sich im Rohbau des Terminals selbst ein Bild von der Baustelle, wie ein Flughafensprecher berichtete. Eine entscheidende Frage für die zeitliche Entwicklung ist, wie im Empfangsgebäude die neuen Scanner für das Handgepäck der künftigen Flugpassagiere untergebracht werden können. Sie sind zum Aufspüren gefährlicher Flüssigkeiten geeignet und sollen entsprechend einer EU-Verordnung von April 2013 an zum Einsatz kommen. Allerdings sind sie deutlich größer als die derzeit üblichen Geräte. Nach Angaben der Bundespolizei wird für die Sicherheitsschleusen im Terminal deshalb doppelt so viel Platz gebraucht wie ursprünglich angenommen. Der Zeitplan für den Bau könnte auch dadurch ins Wanken geraten, dass eine Planungsfirma im Februar pleiteging.

Der Projektausschuss beauftragte gestern die Geschäftsführung der Flughafengesellschaft, bis zur Aufsichtsratssitzung am 25. Juni "die Lösungsalternativen zu entscheidungsreifen Zeit-und-Kosten-Szenarien zu verdichten". Dann soll entschieden werden, ob der Eröffnungstermin verschoben wird. Möglicherweise könnten damit auch höhere Kosten verbunden sein.

Für das Terminal des 2,5 Milliarden Euro teuren Flughafens war erst Anfang Mai das Richtfest gefeiert worden, wenig später wurden die Probleme bekannt.

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