Borreliose-Gefahr wächst : Zeckenalarm in Brandenburg

Zecken sind in Brandenburg auf den Vormarsch.
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Zecken sind in Brandenburg auf den Vormarsch.

Borreliose-Fälle steigen. Barnim und Potsdam-Mittelmark besonders betroffen

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10. August 2016, 04:45 Uhr

Die Gefahr, an einem Zeckenbiss zu erkranken, ist in Brandenburg in diesem Jahr gestiegen. Besonders viele Fälle von Lyme-Borreliose wurden in den Landkreisen Barnim und Märkisch-Oderland gemeldet.

Brandenburgweit gab es im ersten Halbjahr nach Angaben des Potsdamer Gesundheitsministeriums 425 Erkrankungen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wurden 103 Fälle mehr registriert. Das entspricht einer Steigerung um ein Drittel. Bis Anfang August schnellte die Zahl sogar auf 700 Fälle hoch.

Mit Stand vom 4. August gab es im Landkreis Barnim 88 Borreliose-Fälle. In Potsdam-Mittelmark waren es 87, in Märkisch-Oderland 75 und in Oberhavel 73 gemeldete Erkrankungen in Folge eines Zeckenbisses.

Durch die blutsaugenden Zecken werden Borrelien-Bakterien übertragen. Das kann anfangs im Körper zu Abgeschlagenheit, Fieber oder Kopfschmerzen führen. Wird eine Borreliose diagnostiziert, setzen Mediziner in der Regel auf eine Behandlung mit Antibiotika, die meistens auch anschlägt. Bleibt die Borreliose allerdings lange Zeit unentdeckt, sind Folgeschäden wie chronische Gelenkentzündungen im Knie möglich. Neben den Gelenken können auch die Nerven und die Haut geschädigt werden.

Im gesamten vergangenen Jahr wurden in Brandenburg 1206 Fälle von Borreliose gezählt. In Barnim und Märkisch-Oderland waren es laut Gesundheitsministerium jeweils 101 Fälle. Nur in Potsdam-Mittelmark (134), Dahme-Spreewald (119) und Oberhavel (117) waren die Zahlen noch höher. Bleibt es bei der Tendenz nach den ersten sechs Monaten des Jahres, werden die Fallzahlen von 2015 deutlich übertroffen.

Die Zeckensaison in Deutschland dauert von März bis Oktober. Dass es besonders in der Sommerzeit zu vermehrten Zeckenbissen kommt, liegt daran, dass es meist warm ist und die Menschen – als Zeckenwirt – leicht bekleidet durch Wälder und Gärten streifen. Die kleinen Tiere warten im knie- bis knöchelhohen Gras ab und lassen sich „mitnehmen“. Falsch dagegen ist die Ansicht, dass Zecken von Bäumen fallen, weil sie Blut oder Wärme wittern. Trotzdem sollte zur Vorsicht bei Kindern die Kopfhaut abgesucht werden, wenn sie durchs Gras getobt oder hingefallen sind.

Experten empfehlen bei Zeckenbefall, das Tier umgehend komplett zu entfernen. Denn die Übertragung der Borrelien-Bakterien beginnt erst schätzungsweise zwölf bis 24 Stunden nach dem Biss. Das Robert-Koch-Institut rät, das Tier mit einer Pinzette oder Zeckenzange langsam und gerade herauszuziehen. Außerdem sollte bei einer Entzündung rund um die Bissstelle sofort der Hausarzt aufgesucht werden.

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