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Brandenburg

18. Dezember 2017 | 02:08 Uhr

Bildung : Zahl der Grundschulen stabil

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Zwölf Schulen wurden seit 2010 im Land geschlossen. In der Prignitz steht aktuell keine Schule vor dem Aus

svz.de von
erstellt am 25.Jan.2017 | 08:41 Uhr

Seit Beginn des Jahrzehnts wurden zwölf Grundschulen in Brandenburg aufgelöst. Zurzeit schreiben die Landkreise ihre Schulentwicklungspläne fort. In den meisten Regionen geht man davon aus, dass die Standorte erhalten bleiben können. Auch in der Prignitz.

Eine Zeit lang galt die Grundschule Berge als gefährdet. Die Einschulungen tendierten Richtung einstelliger Werte. Inzwischen hat sich die Situation verbessert. Ebenfalls mehrfach im Fokus standen die Grundschulen Lanz und Lenzen. Beide liegen im gleichen Amt und nah beieinander, haben mit dem Schulverband Lenzen den gleichen Träger. Verbandsvorsteher Harald Pohle hat jedoch stets betont, dass trotz sinkender Schülerzahlen kein Standort zur Disposition stehe.

Für die Uckermark sieht Landrat Dietmar Schulze (SPD) bis zum Ende des Jahrzehnts keine Standorte in Gefahr. Die Vorarbeiten zum Schulentwicklungsplan, der die nächsten fünf Jahre umfasst, haben keine drohende Schließung aufgezeigt. In den nordöstlichen Teilen des Landkreises trägt der Zuzug junger polnischer Familien zur Sicherung bei.

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In Ostprignitz-Ruppin, Elbe-Elster und Oder-Spree geht man von Stabilität aus. In Märkisch-Oderland konnte die Grundschule in Golzow vor zwei Jahren die Neueinschulung sichern, weil Flüchtlingsfamilien aufgenommen wurden.

Inzwischen geht man im Landratsamt in Seelow davon aus, dass sowohl die Golzower Schule als auch die anderen im dünn besiedelten Oderbruch die nächsten Jahre keine Schwierigkeiten haben werden. Das Schulsterben ist damit aber noch nicht endgültig vom Tisch.

Das demografische Echo, also die Nachwirkungen der geringen Geburtenraten in den 90ern und der Abwanderung können ab 2022 wieder Grundschulen in Gefahr bringen, ist sich Landrat Schulze sicher.

Bis zum Jahr 2013 tagte unter der Federführung des Bildungsministeriums eine Kommission, die sich mit der Zukunft der Grundschulen beschäftigte. Der Abschlussbericht, der beispielsweise Filialschulen vorschlug oder Lösungen, bei denen wenigstens die ersten vier Jahre am alten Standort erhalten bleiben, wurde dankend entgegengenommen und verschwand dann in den Archiven.

Die Grünen im Landtag fragten mehrfach nach der Umsetzung der Empfehlungen, ohne befriedigende Antworten zu erhalten.

Auch Denise Sommer, Vorsitzende des Grundschulverbandes Brandenburg, vermisst vorausschauendes Handeln. Sie verweist auf den langjährigen Modellversuch „Kleine Grundschule“, der gezeigt hat, dass mit jahrgangsübergreifendem Unterricht bei weniger Schülern sinnvoll unterrichtet werden kann. Zur Zeit gibt es 25 Kleine Grundschulen mit und ohne jahrgangsübergreifenden Unterricht im Land, darunter beispielsweise Lanz. Ihre Zahl blieb in den vergangenen Jahren konstant, während gleichzeitig zwölf Schulen schlossen.

Denise Sommer findet, dass das Bildungsministerium nicht genügend für die „Kleine Grundschule“ geworben habe. Im Landtag vermutet man finanzielle Überlegungen dahinter. Je mehr Lehrer wenige Schüler unterrichten, desto höher die Ausgaben.

Geringe Schülerzahlen sind nicht überall ein Problem. Im Berliner Umland wurden seit 2010 acht Grundschulen eröffnet. Weitere sind in Bau oder in Planung.

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