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Naturschutz : Wolfsrückkehr ist Erfolgsgeschichte

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Bundesamt für Naturschutz spricht von positiver Entwicklung: 46 Wolfsrudel und 15 Wolfspaare in Deutschland

von
erstellt am 24.Sep.2016 | 05:00 Uhr

Die Rückkehr des Wolfes nach Deutschland ist eine „Erfolgsgeschichte des Naturschutzes“. Das sagte die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, Beate Jessel, gestern in Berlin. Im Monitoringjahr 2015/2016 habe es in Deutschland 46 Wolfsrudel gegeben, dazu kämen 15 Wolfspaare und vier sesshafte Einzelwölfe. Damit hat sich die Zahl der Wolfsrudel gegenüber dem Monitoringzeitraum 2014/2015 deutlich gesteigert: Damals waren 31 Rudel, 19 Paare und 6 Einzeltiere gezählt worden. Die Monitoringzeiträume enden jeweils am 30. April eines Jahres und sind an die Paarungszyklen der Wölfe angepasst.

„Der Wolf bereichert die Natur“, sagte Jessel. „Als Fleischfresser nimmt er eine wichtige Rolle in der Nahrungskette ein.“ Schwerpunkt des Wolfsvorkommens in Deutschland sind immer noch die Länder Brandenburg und Sachsen: Die Tiere breiten sich von der Lausitz vor allem in Richtung Nordwesten aus. Vor allem in Niedersachsen haben sich in den letzten Jahren neue Rudel gebildet. In Brandenburg gibt es derzeit 16 Wolfsrudel, in Sachsen 15, in Sachsen-Anhalt sieben, in Niedersachsen fünf und in Mecklenburg-Vorpommern zwei. Insgesamt schätzt das Bundesamt für Naturschutz, dass es deutschlandweit gegenwärtig zwischen 120 und 130 erwachsene Wölfe gibt. Größter Feind der Tiere ist nach Angaben von Jessel weiterhin der Straßenverkehr. Seit dem Jahr 2000 wurden in Deutschland nur 14 Wölfe tot aufgefunden, die an natürlichen Ursachen verstarben. 103 Tiere starben im Straßenverkehr, 19 wurden illegal abgeschossen.

Das Bundesamt geht nach Angaben von Jessel davon aus, dass sich die Tiere auch weiter in Deutschland ausbreiten werden. Wenn alle für den Wolf geeigneten Lebensräume in Deutschland auch von Wölfen besiedelt werden, könnten sich bis zu 440 Wolfsrudel etablieren. „Ich glaube aber nicht, dass wir diese Obergrenze jemals erreichen werden“, sagt Jessel. Noch sei der Wolf in Deutschland vom Aussterben bedroht, und weise trotz der Entwicklungen der letzten Jahre eine ungünstige Erhaltungssituation aus.

Eine Aufnahme des Wolfes in das Jagdrecht lehnten die Naturschützer gestern ab: Das sei schon wegen des europäischen Naturschutzrechts nicht möglich. Jessel sprach sich indes für großzügige Entschädigungsregelungen bei Wolfsrissen aus, die auch dann greifen sollten, wenn nur vermutet werde, dass Nutztiere von Wölfen gerissen wurden. Insgesamt wurden im Jahr 2015 in Deutschland derzeit 1  045  855 Euro für die Prävention von Wolfsschäden ausgegeben. Für von Wölfen tatsächlich getötete Nutztiere fielen dagegen nur 107  000 Euro an Entschädigungen an. Insgesamt wurden 2015 199 Übergriffe auf Nutztiere gezählt, bei denen 715 Tiere verletzt oder getötet wurden.

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