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Streit um die grauen Räuber geht weiter : Wolfsplenum blieb ergebnisarm

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Viele Maximalforderungen wurden wiederholt – Teilnehmer sahen Vorbereitung des Umweltministeriums als unzureichend an

„Das ist, als ob Sie uns für doof verkaufen“, sagte der Präsident des Landesjagdverbands, Dirk-Henner Wellershoff. Der Landesbauernverband sprach vom Scheitern der Veranstaltung. „Wenn eine Fachveranstaltung quasi abgebrochen werden muss, weil sie dank mangelnder Vorbereitung nicht durchführbar war, spricht das eine deutliche Sprache“, so Landesbauernpräsident Henrik Wendorff. „Ich verstehe nicht, warum sich das Ministerium ein derartiges Armutszeugnis leistet, obwohl sich alle an der Erarbeitung des neuen Wolfsmanagementplanes Beteiligten beileibe nicht das erste Mal zusammengefunden haben.“

Immerhin gelang es der resoluten Umweltstaatssekretärin Carolin Schilde, die Fehler ihres Ministeriums etwas auszubügeln. Sie betonte, ein Zusammenleben mit dem Wolf könne nur im Dialog von Landnutzern, Verwaltung und Naturschützern erreicht werden.

Deutlich wurden vor allem bekannte Maximalpositionen. So forderte der Geschäftsführer des Bauernbundes, Reinhard Jung, Wölfe abzuschießen, wenn sie sich auf mehr als einen Kilometer einer Viehweide näherten. Zu Beginn des Plenums beschimpfte er Naturschützer als „Öko-Pegida“, weil sie Landwirten vorgeworfen hätten, selbst am Tod von Kälbern Schuld zu sein.

Gestritten wurde, ob Wölfe in Deutschland eine eigene Population bildeten oder Teil der „Weißrussisch-baltisch-polnisch-ostdeutschen“ Population seien, alle Wölfe von Estland bis zur Elbe bei der Berechnung gesunder Bestande einzubeziehen seien.

Weitergekommen ist die Debatte um den Wolf in Brandenburg gestern nicht, lediglich eine Arbeitsgruppe zu Grundsatzthemen und zwei weitere Plenumstagungen standen am Ende auf der Habenseite. 


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erstellt am 27.Apr.2017 | 05:00 Uhr

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