Wildpark Johannismühle : Wolf und Wild: Politik entscheidet über Zukunft

Besucher des Wildparks Johannismühle betrachten Dam- und Rotwild bei der Fütterung.
Besucher des Wildparks Johannismühle betrachten Dam- und Rotwild bei der Fütterung.

Wildpark Johannismühle ist ein Besuchermagnet. Forstbehörde will Betriebsgenehmigung entziehen

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31. Mai 2016, 05:00 Uhr

Der Wildpark Johannismühle bei Baruth ist eine Touristenattraktion. Jährlich kommen bis zu 70    000 Besucher in das rund 100 Hektar große Areal im Landkreis Teltow-Fläming. Dort leben 500 Tiere, darunter Wölfe, Löwen, Braunbären, Auerochsen und Wildpferde. Schulen halten Unterricht und Projekttage ab, der Park beteiligte sich am internationalen Wisent-Zuchtprogramm. Ausgebildet werden Zootierpfleger, zwölf Mitarbeiter haben einen Job.

Damit ist bald Schluss, geht es nach der Unteren Forstbehörde. Am 30. Juni endet die Betriebsgenehmigung. Aus Sicht der Behörde ist der 1997 errichtete Park ein Zoo mit rechtswidriger Einzäunung, da kein öffentliches Interesse an der Sperrung des Waldes besteht. Forderungen nach Umwandlung des Waldes und Ausgleichsmaßnahmen, etwa durch Aufforstung an anderer Stelle, folgte der Wildpark nicht. Er beantragte eine unbefristete Betriebsgenehmigung. Die Naturschutzbehörde des Landkreises sicherte dem Park eine auf ein Jahr befristete Verlängerung der Betriebsgenehmigung zu.

So werde Zeit für die Regelung der Zukunft gewonnen, sagte Geschäftsführer Uwe Banisch. „Wir hoffen auf die Einsicht und Unterstützung der zuständigen Politiker, die sehen, welche wichtige Aufgabe wir für Bildung, Naturschutz und Tourismus der Region leisten.“ Hilfe kommt vom CDU-Landtagsabgeordneten Danny Eichelbaum, der mit einer parlamentarischen Anfrage an die Landesregierung Auskunft zur Zukunft des Parks verlangte.

Die Kosten der geforderten Ausgleichsmaßnahmen bezifferte Banisch auf 300 000 Euro. Das überfordere den Wildpark. Zudem könne dieser den Wald nicht umwandeln, da er nicht Besitzer, sondern Pächter sei. „Eine andere Nutzungsart schließt die Waldbewirtschaftung in der bisherigen Form aus.“ Das erschwere die Einigung mit den Verpächtern.

Eine Lösung laut Banisch könnte so aussehen: In einem Vertrag mit Forstwirtschaft und Naturschutz wird die Ausnahmeregelung fortgeschrieben, solange der Wildpark besteht. „Von allen anderen Behörden haben wir Zustimmung für eine solche Regelung erhalten, nur die Untere Forstbehörde legt sich quer.“

Der Geschäftsführer ist sicher, dass der Park eine Zukunft hat. „Wir sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Region und haben uns durch Forschungsprojekte international einen Namen gemacht. Verschiedenen Zoos haben wir mit unseren Tieren beim Nachwuchs geholfen“, sagt er. Mit dem Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin bestehe seit 20 Jahren eine enge Kooperation. Etliche Mitarbeiter hätten im Wildpark geforscht und Promotionsarbeiten geschrieben.

„Die Landesregierung hat uns als wichtige touristische Attraktion ausgezeichnet“, so Banisch. Die stellte sich in der Antwort an Eichelbaum hinter die Untere Forstbehörde, bestätigte aber ein öffentliches Interesse am Wildpark und deutete einen Kompromiss bei der Waldumwandlung an.

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