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Star m Museum : Wo die Stasi Anti-Terror übte

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Gastwirt trennt sich von der riesigen TU 134 in seinem Garten / Sie kommt stückweise in ein Flugplatzmuseum nach Cottbus – wenn die Autobahn frei ist

„Eigentlich wollte ich da ein Café einrichten, aber das Flugzeug ist innen 40 Zentimeter zu niedrig“, sagt Ernst Baumann. Der 80-jährige Gastwirt steht derzeit häufig mit Kamerateams aus dem In- und Ausland in seinem Obst- und Gemüsegarten, der Grünz in Vorpommern zu einiger Bekanntheit verhalf. Denn dort steht seit Jahren eine Tupolew 134 der ehemals sowjetischen Fluggesellschaft Aeroflot.

Nach erfolglosen Kampf mit dem Gewerbeamt entschloss sich der Rentner nach 26 Jahren, sich vom 29 Tonnen schweren Koloss zu trennen. Davon profitiert das Flugplatzmuseum Cottbus, sagte Projektleiter Enrico Peiler. Die Tupolew soll der Star des Museums in Cottbus werden. Nach Sicherung der Innenausstattung begann am Montag die Demontage der tonnenschweren Hülle mit Leit- und Triebwerken.

Mehr als ein halbes Jahr Zeit haben sich die Männer um Peiler für die Sisyphusarbeit mit Schwertransporten vorgenommen, fliegen kann die TU 134 nicht mehr. Sie wird in Einzelteile zerlegt und auf mehreren Schwertransportern über die Straße nach Süden rollen. „Wir liegen im Soll. Am 17. Oktober soll der Transport der einzelnen Baugruppen nach Cottbus erfolgen“, sagt Peiler.

Doch wie kam die fast 30 Meter lange und 37 Meter an den Flügeln breite Maschine mit bewegter Historie in Baumans Garten? Sie stand bis zum Ende der DDR geheim in einer Stasi-Kaserne südlich von Grünz. „In der TU hat eine Antiterroreinheit des MfS ab 1984 die Beendigung von Flugzeugentführungen trainiert“, sagt Peiler. Davor übten die Terrorbekämpfer in einer Holzröhre.

An die ausrangierte TU kam die Einheit über Sowjet-Militärs. „Sie waren vom Können der Truppe beeindruckt, lachten sich aber schief über die Holzröhre und besorgten von der Aeroflot die alte Maschine. Damit durften nur russische Piloten fliegen“, sagt Baumann.

Nach der friedlichen Revolution wurden Kaserne, Staatssicherheit und das Flugzeug nicht mehr gebraucht. Baumann kaufte die TU. „Wir haben sie 1991 nach der Ernte mit neun Traktoren vier Kilometer über abgeerntete Felder geschleppt“, so der Grünzer. Einmal sei die Maschine bis zum Rumpf in einer Wiese eingesackt. Nach zwei Tagen war es geschafft. Hunderte Schaulustige kamen, nur das mit dem Café klappte nicht. „Nun bin ich alt und will meinen Nachkommen nicht so viel Schrott hinterlassen“, sagt Baumann.

Rund 10 000 Euro zahlten die Cottbusser als Schrottpreis. Dazu kommt für Abtransport und Zerlegung das Dreieinhalbfache. Der Verein ließ eine Straße bis zum Garten bauen, muss vier Schwerlaster und einen Schwerlastkran anmieten und die A 11 nachts sperren lassen. Finanziert wird die Aktion aus Eintrittsgeldern und Rücklagen. Nach der Rekonstruktion wird im Heck eine Ausstellung zur Stasi-Geschichte der TU installiert „In Deutschland gibt es sieben Tupolew 134. Es ist aber die einzige Aeroflot-Maschine dieser Bauart“, sagtPeiler.  

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