zur Navigation springen

Vorwürfe von Händlern : Zu viel Kommerz beim Baumblütenfest?

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Zum 135. Mal feiert Werder sein Volksfest. An den Einnahmen sehen sich manche Gewerbetreibende zu wenig beteiligt

Zehntausende Menschen haben am Wochenende das Baumblütenfest in Werder an der Havel besucht. Die 135. Ausgabe von Ostdeutschlands größtem Volksfest begann am Samstag mit dem traditionellen Festumzug. Unzählige Schaulustige säumten die Straßen. Nach Angaben der Polizei gab es keine größeren Zwischenfälle. Bis auf einige Rangeleien unter Betrunkenen sei alles friedlich verlaufen, sagte ein Polizeisprecher gestern. Das Fest dauert noch bis zum 4. Mai. Einige Händler kritisierten allerdings, dass zu viel Nippes angeboten werde – und beklagten teure Standgebühren.

Den Festumzug hatten 78 Vereine aus der Region gestaltet, der von fünf Spielmannszügen begleitet wurde. „Die Straßen waren brechend voll. Das war ein Auftakt nach Maß, weil wir strahlenden Sonnenschein und jede Menge gut gelaunter Besucher hatten“, sagte Festsprecherin Anja Marx.

In den vergangenen Jahren zählte Ostdeutschlands größtes Volksfest bis zu einer halben Million Besucher. Beim Baumblütenfest wird der Höhepunkt der Baumblüte gefeiert. Dieser war in diesem Jahr wegen des milden Winters aber schon überschritten. „Die Kirschblüte zum Beispiel war vor dem Fest schon vorbei. Die Apfelbäume tragen aber noch“, erklärte Marx. Die meisten Besucher störten sich daran nicht. Für sie standen Schlemmerei und Obstwein-Trinken bei dem Spektakel im Vordergrund.

Kritiker monierten, dass das Fest zum kommerziellen Spektakel verkommen sei. Händler müssten für ihre Verkaufsstände überteuerte Gebühren und Konzessionen zahlen: „Den Verdienst haben überwiegend die Stadt und der Veranstalter“, hieß es bei ortsansässigen Gewerbetreibenden. Statt Obst dominiere auf den Straßen Nippes wie Halstücher, Perücken oder Modeschmuck.

Sprecherin Marx wies die Kritik zurück. 100 Stände auf dem Fest seien von Unternehmern aus der Region, ein Großteil davon seien Obsthändler. Wie viel an Gebühren ein Verkaufsstand auf dem Baumblütenfest durchschnittlich kostet und an wen genau die Einnahmen gehen, konnte Marx nicht sagen.

Die Werderaner Obstbauern beliefern seit Jahrhunderten die Märkte in Berlin, Potsdam und in der Mark mit Kirschen, Äpfeln, Aprikosen, Birnen und anderen Früchten. Das Baumblütenfest wurde von Obstzüchter Wilhelm Wills ins Leben gerufen. Schon zum ersten Blütenfest im Jahr 1879 kamen mehr als 50 000 Besucher.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen