zur Navigation springen

Hohe Schäden : Wühlwütige Biber ärgern Fischer

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Teichwirte fordern mehr Finanzhilfen vom Land.

Die Prignitzer ärgern sich über die Rückkehr der Biber höchstens, wenn die Nager mal wieder einen Baum angeknabbert haben. An anderen Orten in Brandenburg ist die Situation dramatischer: Teichwirte fühlen sich vom Land bei der Bewältigung von Biberschäden alleingelassen. Obwohl acht Teichwirtschaften bis Ende Mai 2013 Anträge zur Finanzierung von Präventionsmaßnahmen gestellt hatten, sei bis heute nicht einer bewilligt worden, geht aus einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage hervor. „Mittlerweile sind viele Teichwirtschaften durch den Biber im Bestand bedroht“, sagte der Geschäftsführer des Landesfischereiverbands, Lars Dettmann.

So seien Ende 2012 bei einem durch Biber verursachten Dammbruch an einem Fischteich in Krayne (Spree-Neiße) 130 000 Euro Schaden entstanden. Hier seien schnelle Hilfen für Schutzmaßnahmen vor erneuten Biber-Wühlaktionen ausgezahlt worden. Auch anderen Teichwirtschaften wurde dies versprochen, sagte Dettmann und verwies auf eine parlamentarische Anfrage FDP-Fraktion von Anfang 2013. „Damals hieß es, dass Hilfen kein Problem wären“. Es würden mehr als drei Millionen Euro zur Verfügung stehen. „Bis zum heutigen Tag sind aber 0 Euro bewilligt worden“, sagte FDP-Landeschef Gregor Beyer.

Das Land begründet dies in der Antwort auf die aktuelle parlamentarische Anfrage damit, dass der Fördertopf in Höhe von 3,2 Millionen Euro ausgereizt sei. Maximal zwei von acht Anträgen können noch Hilfen von rund 180 000 Euro bekommen.

Da sich die geschützte Tierart in Brandenburg wieder ausbreitet, fürchtet Dettmann weitere Schäden. Das Land komme hierfür aber nicht auf, sondern biete nur Hilfe für Präventionsmaßnahmen an. „Was nützt uns das, wenn kein Geld ausgezahlt wird“, sagte Dettmann.

Die Zahl der Biber in Brandenburg wird vom Land auf rund 3000 geschätzt. Vor allem im Landkreis Märkisch-Oderland haben sich die Tiere gut vermehrt.

Biber graben etwa in Dämmen meterlange Gänge zu ihren Wohnhöhlen und legen von dort Luftlöcher zum Atmen an. Dies führt gemeinsam mit dem Wühlen anderer Nager wie Mäusen dazu, dass ältere Deiche und Dämme dem steigenden Wasserdruck nachgeben und brechen können.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen