Brandenburg : Warnstreiks legen Kindergärten lahm

Rund 2000 Brandenburger forderten mit einem Protestzug in Potsdam Gehaltserhöhungen.
Rund 2000 Brandenburger forderten mit einem Protestzug in Potsdam Gehaltserhöhungen.

Tausende Brandenburger Beschäftigte beteiligen sich an Protesten im öffentlichen Dienst

svz.de von
24. März 2014, 15:34 Uhr

Mit Warnstreiks machten Tausende Beschäftigte des öffentlichen Dienstes in Brandenburg gestern Druck auf die öffentlichen Arbeitgeber. In Eisenhüttenstadt blieben Kitas geschlossen, auch Kommunal- und Kreisverwaltungen sowie Sparkassen waren betroffen.

Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di wollte mit den Protestaktionen den Druck in der aktuellen Tarifrunde erhöhen. Nach Angaben von An-dreas Splanemann, Sprecher des Landesbezirks Berlin-Brandenburg, beteiligten sich in Brandenburg etwa 2500 Beschäftigte.

Allein auf der zentralen Kundgebung in Potsdam versammelten sich rund 2000 Menschen aus dem gesamten Bundesland, um ihren Forderungen nach Lohn- und Gehaltserhöhungen Nachdruck zu verleihen. Zuvor legten sie mit einem Protestzug mit Trillerpfeifen den Verkehr in der Innenstadt lahm. Einige Verwaltungsstellen in der Landeshauptstadt hatten ganz geschlossen, in anderen mussten die Bürger lange warten.

In Eisenhüttenstadt (Oder-Spree) wurden die sieben städtischen Kindertagesstätten und auch Schulhorte bestreikt. Alle Einrichtungen blieben den ganzen Tag über geschlossen. Nach Angaben von Horst Reukauf von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft war die Streikbereitschaft bei den 115 Kita- und Hort-Erzieherinnen sehr groß. Eltern von insgesamt 1102 Kindern mussten sich eine Betreuungs-alternative suchen.

Auch in Oranienburg (Oberhavel) wurden vier Kitas und ein Hort bestreikt. In der größten städtischen Kita mit 260 Kindern war eine Notbetreuung organisiert worden. Notfallplätze wurden auch in anderen Kitas angeboten, sodass es zu keinen größeren Problemen gekommen sei, sagte Haupt- und Personalamtsleiter Mike Wedel.

Bei der Stadtverwaltung Frankfurt (Oder) kam es nicht zu den befürchteten Engpässen. Nach ver.di-Angaben nahmen etwa 70 Rathaus-Mitarbeiter an dem Protest in der Landeshauptstadt teil. „Wir sind mit der Resonanz zufrieden“, erklärte ver.di-Bezirksgeschäftsführer Frank Ploß.

In Berlin folgten am Montag rund 1000 Demonstranten einem Aufruf des Beamtenbundes und zogen vor das Bundesfinanzministerium. Der Beamtenbund hatte unter anderem in der Zollverwaltung sowie bei der Rentenversicherung zum Warnstreik aufgerufen.

In der aktuellen Tarifrunde des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen fordern die Gewerkschaften, die Gehälter der bundesweit 2,1 Millionen Beschäftigten um einen Sockelbetrag von 100 Euro und zusätzlich 3,5 Prozent zu erhöhen. Die Arbeitgeber hatten in den ersten beiden Runden kein Angebot vorgelegt. Daher machen die Gewerkschaften seit eineinhalb Wochen mit Warnstreiks Druck. Die dritte Runde läuft ab dem kommenden Montag in Potsdam.

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