Bundesgartenschau : Von Fischen, Rosen und der Wiege der Mark

Dietmar Woidke wirbt mit Wilma Wels, dem Maskottchen der Bundesgartenschau, für die Veranstaltung im nächsten Jahr.
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Dietmar Woidke wirbt mit Wilma Wels, dem Maskottchen der Bundesgartenschau, für die Veranstaltung im nächsten Jahr.

Ministerpräsident Dietmar Woidke rührt in der Buga-Region Havelland die Werbetrommel.

svz.de von
11. Juli 2014, 07:17 Uhr

Ein türkisfarbener Fisch wedelte mit rosa Flossen, als Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) begleitet vom Pfeifen des Schiffshorns gestern vom Deck des Haveldampfers „Nordstern“ stieg. Der Fisch heißt Wilma Wels und ist das Maskottchen der Bundesgartenschau 2015, die im kommenden Jahr an insgesamt fünf Standorten zwischen Brandenburg und Havelberg ihre Tore für Besucher öffnet.

Im Rahmen der traditionellen „Tourismuspressefahrt“ des Ministerpräsidenten zog es Woidke in diesem Jahr an die Standorte der Gartenschau. Denn für das Land ist die Schau ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. 40 Millionen Euro werden insgesamt im Umfeld der sechsmonatigen Ausstellung investiert, 28,5 Millionen für die Gartenschau im eigentlichen Sinne.

„Gartenschauen sind nicht nur Gartenschauen, Gartenschauen sind intensivierte Stadt- und Regionalentwicklungsprogramme“, sagte der Direktor der Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH, Dieter Hütte. Städte werden modernisiert und Bahnhöfe saniert. Insgesamt werden zur Bundesgartenschau im Havelland mindestens 1,5 Millionen Besucher erwartet – eine Zahl, die auch nötig sein wird, soll die ganze Sache nicht mit Verlusten enden.

Dietmar Woidke kam auch in der Johanniskirche von Brandenburg (Havel) vorbei: Ein mittelalterlicher Bau, der im zweiten Weltkrieg einen Bombentreffer erlitt und 1985 teilweise einstürzte. Noch stehen Gerüste in der Kirche, aber während der Bundesgartenschau soll der Sakralbau wieder zu neuem Leben erblühen – und zwar ganz wörtlich. In der alten Kirche soll es Blumenausstellungen geben.

„Für mich ist die Nutzung der Kirche als Ausstellungshalle ein Zeichen dafür, dass wir uns unseres kulturellen Erbes annehmen“, sagte Woidke. Auf diese Weise sei es zumindest möglich, das Gebäude vor dem Verfall zu retten. Was auch die zahlreichen Gäste Brandenburgs erfreuen dürfte. Mit 92 Millionen Tagestouristen und 11,5 Millionen Übernachtungsgästen stellte das Land nach Angaben Hüttes im vergangenen Jahr einen neuen Rekord auf – trotz des Elbhochwassers. „Wir haben in Summe mit einem Plus abgeschlossen“, sagte Hütte. Die Zahl der Übernachtungen stieg um zwei Prozent, die der Gästeaufenthalte um 3,5 Prozent.

Im kommenden Jahr können die Besucher dann auch den 850 Jahre alten Brandenburger Dom im neuen Glanz bewundern: Nachdem das Gebäude seit den 1990er Jahren für mehr als 60 Millionen Euro aufwendig saniert wurde, soll es am 21. September mit einem feierlichen Oratorium wieder in Betrieb genommen werden, kündigte der Museumsleiter des Domstifts, Rüdiger von Schnurbein, an. Am 26. Juni 2015 soll dann der 850. Geburtstag des Gotteshauses feierlich begangen werden. „Wir bieten damit ein bedeutendes Begleitprogramm zur Buga“, sagte von Schnurbein – und Dietmar Woidke, der zu DDR-Zeiten aus Anlass des Lutherjahrs 1985 bekanntlich Kirchenführungen veranstaltete, freute sich. „Es geht hier schließlich um nichts weniger als die Wiege der Mark.“


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