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Schlechte aussichten für Märker : Teurer Strom für Brandenburg

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Strom in Deutschland ist teuer. Zwar senken ab Januar einige Versorger die Preise leicht – doch für die meisten Verbraucher bleibt Sparen angesagt. Ärgerlich, dass der Wechsel zu einem anderen Versorger für Brandenburger am wenigsten lohnt.

svz.de von
erstellt am 30.Dez.2014 | 08:00 Uhr

Verbraucher in Brandenburg gehören im deutschlandweiten Vergleich zu denen, die am häufigsten den Stromversorger wechseln. Sie lagen in dieser Disziplin – im Verhältnis zur Einwohnerzahl – im abgelaufenen Jahr weit über dem Bundesdurchschnitt und wurden lediglich von Berlinern und Rheinland-Pfälzern übertroffen, wie eine Auswertung des Vergleichsportals Check24 ergibt.

Die Kehrseite der Medaille: Für Brandenburger springt bei einem Wechsel am wenigsten raus. Bei einem Jahresverbrauch von 5000 Kilowattstunden, wie er für eine vier- bis fünfköpfige Familie typisch ist, können sie der Studie zufolge im besten Fall lediglich 185 Euro sparen. Das ist mit Abstand der letzte Platz unter den Bundesländern. Zum Vergleich: Im Saarland beträgt das Sparpotenzial 313 Euro. Selbst Familien in Niedersachsen und Schleswig-Holstein – den Ländern auf dem zweit- und drittletzten Platz – können jährlich einen 50-Euro-Schein mehr zur Seite legen als Brandenburger.

Den Strompreis belasten hierzulande vor allem die hohen Netzentgelte, also die Kosten für den Transport der Elektroenergie. Sie sind nach Berechnungen des Energieanbieters Lichtblick im Netzgebiet der E.DIS AG – das weite Teile Brandenburgs und Mecklenburg-Vorpommerns umfasst – besonders hoch. Das hat im wesentlichen mit den weiten Übertragungswegen und damit dem großen Aufwand für Bau und Erhaltung zu tun.

Verbraucherschützer raten dennoch, regelmäßig die Strompreise zu vergleichen und Sparpotenziale zu nutzen. Das Online-Verbrauchermagazin Finanztip testete dazu die Stromrechner von acht Vergleichsportalen im Internet: Am besten schnitten demnach Verivox und Check24 ab. „Gute Ergebnisse liefern die Testsieger nur dann, wenn die Nutzer die Voreinstellungen der Portale ändern“, empfiehlt Finanztip-Energieexperte Daniel Pöhler. So sei es für Nutzer, die nicht jedes Jahr den Anbieter wechseln wollen, wichtig, den Neukunden-Bonus nicht einzurechnen. Denn sonst könnten Angebote auftauchen, die ab dem zweiten Jahr deutlich teurer werden. Auch sollte die Vertragslaufzeit nicht länger sein als die Preisgarantie. Empfehlenswert sei zudem, die Optionen „Tarif mit Weiterempfehlung“ sowie „Direkte Wechselmöglichkeit“ auszuschalten. Dann tauchten auch Tarife auf, die nicht direkt über das Portal abgeschlossen werden können.

Aber selbst ohne den Anbieter zu wechseln können Verbraucher Energiekosten sparen. Dabei will der neue Stromspiegel helfen, den das Bundesumweltministerium gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft und Verbraucherschutz veröffentlicht hat. Die Auflistung enthält eine Übersicht über den Verbrauch von Ein- bis Fünf-Personen-Familien. Dazu wurden Daten von 110 000 Haushalten ausgewertet.

Es kamen erstaunliche Unterschiede beim Stromverbrauch heraus: Demnach verbraucht eine dreiköpfige Familie, die in einem Mehrfamilienhaus lebt, durchschnittlich 3000 Kilowattstunden Strom im Jahr. Während viele Familien noch darüber liegen, kommen effiziente Haushalte der gleichen Größe mit weit weniger aus, nämlich lediglich 1800 Kilowattstunden. Das bedeutet, etwa 320 Euro an Stromkosten weniger, rechnen die Experten vor. Wobei sie von einem Kilowattstundenpreis von 27 Cent ausgehen. Bei vielen Anbietern liegt der Preis darüber, Stromsparen schont den eigenen Geldbeutel dann noch mehr. Jeder Verbraucher kann selbst schauen, ob er Sparpotenzial hat: Er muss nur die letzte eigene Stromrechnung heraussuchen. Ein Blick auf den Stromspiegel zeigt dann, ob sein Verbrauch „gering“, „niedrig“, „mittel“ oder „hoch“ ist. Das soll eine Orientierungshilfe sein, in welchem Bereich er verglichen mit Tausenden anderen Haushalten liegt. Die Initiatoren von der Stromsparinitiative hoffen, dass dadurch viele Menschen motiviert werden, gezielt Strom zu sparen und weniger CO2-Emissionen zu verursachen.

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