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Zweitwohnsitz : Steuer lohnt nicht immer

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Viele Kommunen nehmen Zweitwohnsitzsteuer ein, andere verzichten. Es gibt für beide Varianten gute Gründe.

Ein Wochenendhäuschen, die selbst genutzte Ferienwohnung, aber auch die Unterkunft eines Berufspendlers oder Studenten am Arbeitsort – zusätzlich zu den üblichen Kosten müssen die Mieter oder Eigentümer oft weitere Ausgaben einrechnen. Zweitwohnungssteuer wird mittlerweile von mehr als der Hälfte der 419 Kommunen in Brandenburg erhoben, wie das Landesamt für Statistik mitteilte. Über die Höhe entscheiden die Kommunen. „Es kann aber nicht von Abzocke gesprochen werden“, sagt der Geschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes Brandenburg, Karl-Ludwig Böttcher.

In Zeiten klammer Kassen wollen viele Gemeinden ihre Haushalte aufbessern und erheben einen bestimmten Prozentsatz der Jahres-Nettokaltmiete als Zweitwohnungssteuer. Zur Kasse gebeten werden Eigentümer oder Mieter, die neben ihrer Hauptwohnung eine weitere Wohnung innehaben. Auch wenn es immer wieder Kritik von Betroffenen gebe, handele es sich um eine seit vielen Jahren gültige Abgabe, sagt Böttcher.

In Potsdam – die Stadt hat mit rund 130 Millionen Euro das höchste Steueraufkommen im Land – betrug 2013 der Anteil der Abgabe für Zweitwohnungen nur 0,13 Prozent. In Cottbus waren es hingegen 0,3 Prozent. Spitzenreiter ist die Gemeinde Schwielochsee (Dahme-Spreewald), deren Steuereinnahmen in Höhe von 790 000 Euro sich zu 15 Prozent aus den Zweitwohnsitzen und Ferienwohnungen speisen. Im finanzstärkeren Falkensee (Havelland) – rund 26 Millionen Euro werden eingenommen – sind es gerade einmal 0,01 Prozent.

In vielen Gemeinden werden durch die Zweitwohnungssteuer nur wenige Euro eingenommen: in Kotzen (Havelland) waren es 2013 gerade einmal 303 Euro und in Schönermark (Uckermark) 192 Euro. In Wittstock/Dosse (Ostprignitz-Ruppin) flossen ganze 35 Euro in die Kasse – eine Summe, die bei Steuereinnahmen in Höhe von 7,8 Millionen Euro nicht zu spüren war.

Groß Pankow gehört zu den Gemeinden in der Prignitz, die eine Zweitwohnungssteuer erheben. „Wir haben die Steuer 2003 eingeführt und nehmen auf die Art circa 18 000 Euro im Jahr ein“, sagte Nora Nagel von der örtlichen Kämmerei. „Für uns lohnt sich das also auf jeden Fall.“

Perleberg und Wittenberge hingegen waren vor Jahren bei Prüfungen zu dem Schluss gekommen, dass der Mehraufwand durch die Einführung der Steuer höher als der Nutzen wäre.

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erstellt am 12.Jun.2014 | 23:22 Uhr

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