Brandenburg : Sanddorn-Schädling breitet sich aus

Sanddorn ist für einige Betriebe .
Sanddorn ist für einige Betriebe .

Die Früchte sind ein ernstzunehmender Wirtschaftsfaktor. Fruchtfliege zuvor schon in MV aufgetaucht

svz.de von
01. Juli 2014, 07:32 Uhr

Der neue Schädling Sanddornfruchtfliege (Rhagoletis batava) ist auch in Brandenburg entdeckt worden – bislang aber nur im Werderaner Raum. In den nächsten Jahren müssten Strategien entwickelt werden, damit der Schaden auf einem wirtschaftlich erträglichem Maß gehalten werde, sagte Ulrike Holz vom Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung in Frankfurt (Oder). Die Larven fressen die Sanddornfrüchte von innen aus. Der Ertrag sinkt damit. Sanddorn sei noch immer ein Nischenprodukt, für einige Betriebe allerdings ein echter Wirtschaftsfaktor, sagte Holz.

Die Schädlinge seien an speziellen klebenden gelben Tafeln gefangen worden. Zumeist wurden sie in Anlagen in Südlage entdeckt, wo sich das Gelände gut erwärmt. Im vergangenen Sommer waren erste befallene Anlagen ermittelt worden. „Vermutlich treten die Schädlinge schon länger auf“, sagte Holz.

Bundesweit wird auf etwa 600 Hektar Sanddorn angebaut. In Brandenburg sind es rund 280 Hektar, auf denen 165 Tonnen Früchte wurden geerntet wurden (2012). Weltweit gibt es die größten Flächen mit 1,5 Millionen Hektar in China und in Russland mit 4000 Hektar.

„Die Fliegen sind von der Flügelzeichnung und der Größe den Kirschfruchtfliegen sehr ähnlich“, sagte Holz. Der Befall werde erst im meist fortgeschrittenen Stadium erkannt. Gezielt können Pflanzenschutzmittel ähnlich wie zur Bekämpfung der Kirschfruchtfliege eingesetzt werden. „Wesentlich schwieriger ist es, eine erfolgreiche Strategie für den Bio-Anbau zu entwickeln“, sagte sie.

Sanddorn hat einen hohen Vitamin-C-Gehalt, er ist ein Zehnfaches höher als der von Zitronen. Die Beeren enthalten ungesättigte Fettsäuren, Mineralien und andere Spurenelemente. Die Frucht wird zu Saft, Tee, Marmelade, Likör und Kosmetika verarbeitet. Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet des Sanddorns ist wahrscheinlich Zentralasien. Die Beere hat kaum Ansprüche an den Boden. Der Schädling, der vermutlich aus Osteuropa eingewandert ist, wurde auch schon in Mecklenburg-Vorpommern entdeckt.

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