Brandenburg : Regionale Wirtschaft im Stimmungshoch

Konjunkturindex steigt für Brandenburg auf einen Rekordwert / IHK spricht von einem Aufholkurs

von
11. Februar 2014, 12:24 Uhr

Die Wirtschaft in Berlin-Brandenburg schätzt ihre Lage so gut ein wie lange nicht mehr – und rechnet mit einem weiteren Wachstumsschub in diesem Jahr. Das ist das Ergebnis der jüngsten Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammern (IHK) Berlin, Potsdam, Cottbus und Ostbrandenburg.

Demnach stieg der Konjunkturklimaindex auf den Rekordwert von 129 – elf Punkte mehr als vor einem Jahr. Nie zuvor hatte der Indikator, der aus der aktuellen und der erwarteten Geschäftslage errechnet wird, eine solch gute Stimmung angezeigt. 48 Prozent der gut 1500 Unternehmen, die teilnahmen, schätzen ihre Lage als gut und 44 Prozent als befriedigend ein – für die kommenden Monate erwarten 30 Prozent eine noch bessere und 58 Prozent eine gleichbleibende Entwicklung.

Für Wolfgang Krüger, Hauptgeschäftsführer der IHK Cottbus, wird dieser Optimismus durch den hohen Binnenkonsum, die Erholung der Weltwirtschaft und die Stabilisierung der Eurozone begründet. „Überragende 94 Prozent der exportierenden Unternehmen“ rechneten so mit zunehmenden oder gleichbleibenden Ausfuhren. Bedenklich sei aber, dass 45 Prozent der befragen Industrieunternehmen gar nicht im Exportgeschäft aktiv seien.

Christian Wiesenhütter, Vize-Hauptgeschäftsführer der IHK Berlin, sieht die Wirtschaft der Region „gut unterwegs“. Man befinde sich auf „Aufholkurs“ im Vergleich zu anderen Gegenden Deutschlands. Guido Weiß, Vize-Hauptgeschäftsführer der IHK Ostbrandenburg, verwies darauf, dass die Unternehmen mehr investieren und mehr Personal beschäftigen wollen. „Obwohl bereits im letzten Jahr verstärkt Mitarbeiter eingestellt wurden, plant jedes fünfte Unternehmen seine Belegschaft zu erweitern.“ 14 Prozent rechnen mit Stellenstreichungen.

Als „Weckruf an die Politik“ bezeichnete Wolfgang Krüger, Hauptgeschäftsführer der IHK Cottbus, das Ergebnis, das 68 Prozent die Innovationsstrategie für Berlin-Brandenburg mit ihrer Konzentration auf sogenannte Cluster, also Zusammenballungen von Unternehmen, die eine Wertschöpfungskette bilden und untereinander sowie gegebenenfalls mit Hochschulen, Forschungseinrichtungen und weiteren Akteuren vernetzt sind, gar nicht kennen. Und von denen, die damit etwas anfangen können, hätten 84 Prozent davon noch nicht profitiert. Das Cluster-Konzept sei bisher „vielleicht viel zu abgehoben“ und müsse besser erläutert werden. Generell findet Krüger, dass man „trotz der Politik erfolgreich“ sei. So gebe es eine große Unzufriedenheit mit der Infrastruktur: „Bei der Sanierung von Brücken und Straßen müssen wir viel schneller werden.“


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen