zur Navigation springen

Weihnachtsgeschäft : Preiskampf tobt im Handel

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Konkurrenz im Internet wird zum Problem / Einzelhandel aber zufrieden mit dem Weihnachtsgeschäft

svz.de von
erstellt am 23.Dez.2014 | 17:20 Uhr

Das diesjährige Weihnachtsgeschäft verlief für die Brandenburger Einzelhändler erfolgreich. Laut Branchenverband werden in der Hauptstadtregion Umsätze von rund 5,9 Milliarden Euro erwartet. Doch die Konkurrenz im Internet bedroht zunehmend kleine Läden.

„Die letzten Tage vor dem Fest herrschte ein riesiger Andrang in den Geschäften“, sagt der Vize-Geschäftsführer des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg, Günter Päts. Für die Inhaber sei die Konstellation in diesem Jahr besonders günstig gewesen, da Kunden noch an zwei Werktagen vor Heiligabend einkaufen konnten. Dies habe in Brandenburg zu vielen Last-Minute-Einkäufen geführt. Auch nach Weihnachten erwartet der Verband einen Ansturm von Kunden, da immer mehr Gutscheine verschenkt würden. Laut einer Umfrage des Marktforschungsinstituts GfK gab jeder Bundesbürger 2014 durchschnittlich 285 Euro für Präsente aus.

Besonders gefragt waren nach Verbandsangaben Tablet-Computer, Handys und Flachbildfernseher, da die Preise für die Geräte weiter gesunken seien. „Wir hätten gedacht, dass der Bedarf an Fernsehern gedeckt ist, aber die Leute kaufen die jetzt für die Küche oder das Schlafzimmer“, sagt Päts. Andere Händler blieben jedoch auf ihrer Ware sitzen. „Winterschuhe, Daunenjacken und Schals sind erneut Ladenhüter.“ Für kleine Textilgeschäfte ist die Situation problematisch, da das Wintersortiment bereits im späten Sommer bestellt wird. „Sie können nicht genügend Umsätze im Schlussverkauf erzielen“, sagt Päts. Überhaupt müssten viele Läden in Brandenburg um Kunden kämpfen. Der Online-Handel hat in der Region bereits einen Anteil von elf Prozent erreicht.

Daher erneuert der Verband seine Forderung an die Landespolitik, die Öffnungszeiten zu liberalisieren. Dies wurde in der Vergangenheit jedoch von einer großen Mehrheit im Landtag abgelehnt. Derzeit dürfen Geschäfte in Brandenburg an sechs Sonntagen öffnen, in Berlin an zehn. „Den Preiskampf werden die Läden nicht gewinnen. Sie müssen sich aber dann präsentieren, wenn Kunden Zeit haben“, meint Päts. In Brandenburg gibt es nach einer Erhebung der Landesplanungsbehörde rund 22  000 Geschäfte – 20 Prozent stehen bereits leer.

Auch die Industrie- und Handelskammern beklagen einen ungleichen Wettbewerb. „Konkurrenz besteht nicht nur zu Berlin, sondern auch zu Polen, wo Einkäufe fast jederzeit möglich sind“, sagt Barbara Nitsch, Gründungsexpertin bei der IHK Potsdam. Das Internet begreifen viele Einzelhändler nach ihren Erfahrungen auch als Chance. „Zahlreiche Unternehmer haben sich dort ein zweites Standbein aufgebaut“, sagt sie. Hierbei gibt es Unterstützung durch die Kammern. Darüber hinaus existierten Pilotprojekte, bei denen sich Shops gemeinsam unter einem Dach im Internet präsentieren.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen