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Tourismus-Industrie : Positive Stimmung beim märkischen Gastgewerbe

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Nur jeder achte Betrieb im Kammerbezirk Potsdam – zu dem auch die Prignitz gehört – ist unzufrieden.

Die Wirte und Hoteliers in Berlin und Brandenburg freuen sich über die laufende Saison: 39 Prozent aller Unternehmen des Gastgewerbes verzeichnen gute Geschäfte, nur 14 Prozent schätzen die Geschäftslage negativ ein. Das ergab eine Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammern (IHK). Im Bereich der IHK Potsdam, zu dem auch die Prignitz gehört, hätten demnach 35 Prozent der befragten Betriebe von guten und 53 Prozent von zufriedenstellenden Geschäften berichtet. Nur jeder achte Betrieb (12 Prozent) war nicht zufrieden.

Damit liegen die Gastronomienbetriebe im Westen und Nordwesten des Landes sowie in der Landeshauptstadt Potsdam im Durchschnitt der Region. Auch langfristig ist die Stimmung positiv: Jeder fünfte Gastronomiebetrieb im Kammerbezirk plant der Umfrage zufolge, seine Investitionsausgaben auszuweiten. Elf Prozent der Unternehmen denken über Neueinstellungen nach. Zu ihnen gehören auch die Betreiber des Hotels „Alte Ölmühle“ in Wittenberge. Manchmal gebe es bereits mehr Anfragen als Betten, daher seien Erweiterungen geplant, sagte Gesellschafter Lutz Lange vergangene Woche.

Wie es ansonsten speziell um die Stimmung der Tourismusbranche in der Prignitz bestellt ist, kommentierten gestern auf Anfrage weder IHK noch der Tourismusverband Prignitz. Beide verwiesen auf fehlende Daten. Der allgemeine Trend jedenfalls ist anscheinend positiv. „Wir haben das gute Gefühl, dass sich die Region Berlin-Brandenburg steigender Beliebtheit erfreut“, sagte die Präsidentin der IHK Potsdam, Beate Fernegel. Allerdings würden steigende Energie- und Personalkosten die Betriebe zunehmend vor Probleme stellen. Man bewege sich auf einem schmalen Grat, wenn es darum gehe, steigende Kosten an die Besucher weiterzugeben.

Der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der IHK Cottbus, Jens Krause, verwies auf den zunehmenden Fachkräftemangel: Neben guten Löhnen müssten die Unternehmen verstärkt auf junge Menschen zugehen, um gerade in ländlichen Regionen alle Stellen zu besetzen. Wichtig sei auch ein besserer Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, um potentielle Arbeitnehmer in die Region zu bekommen.

Besorgt zeigten sich die IHK-Vertreter über Pläne der Bundesregierung zur Herabstufung der märkischen Bundeswasserstraßen. Man befürchte dadurch Nachteile für den Bootstourismus, so Fernegel. Die Berliner und Brandenburger Kammern wollten eine Umfrage unter ihren Mitgliedern starten, um bis zum März 2015 belastbare Daten über den Wassertourismus in Brandenburg vorlegen zu können.

Parallel dazu sammeln die Kammern Unterschriften für eine Petition im Deutschen Bundestag – nach Angaben von Fernegel sind bis gestern rund 35 000 der 50 000 benötigten Signaturen zusammengekommen.


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