Zahlungen bleiben aus : Orgelbauer Schuke gibt auf

Die Firma Schuke, hier mit Orgelbauer Diethelm Baaske, hat auch in der Prignitz Spuren hinterlassen und unter anderem die Orgel der Stadtkirche Wittenberge restauriert.
Die Firma Schuke, hier mit Orgelbauer Diethelm Baaske, hat auch in der Prignitz Spuren hinterlassen und unter anderem die Orgel der Stadtkirche Wittenberge restauriert.

Traditionshandwerker aus Potsdam ist pleite und meldet Insolvenz an

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14. November 2014, 14:02 Uhr

Nach ausgebliebenen Zahlungen ist der traditionsreiche Brandenburger Orgelbauer Alexander Schuke Potsdam-Orgelbau insolvent. Rechnungen für Musikinstrumente, die für Kunden in der Ukraine und Russland gefertigt wurden, seien nicht bezahlt worden, bestätigte das Büro der Potsdamer Anwaltskanzlei Christian Graf Brockdorff gestern.

Es habe keine andere Möglichkeit gegeben, als diesen Schritt zu gehen, sagte Matthias Schuke, Chef des seit knapp 200 Jahren bestehenden Unternehmens, auf Anfrage. Dieses war auch in der Prignitz aktiv, hatte unter anderem die Orgel der Wittenberger Stadtkirche aufwendig saniert und wirkte in Lenzen mit.

Aktuell sei ein Instrument bereits ausgeliefert, aber noch nicht aufgebaut; das andere stehe noch auf dem Gelände. Die derzeit 21 Mitarbeiter arbeiteten an verschiedenen kleineren Projekten. „Wir hoffen auf weitere Aufträge“, sagte Schuke.

Der Landeskirchenmusikdirektor der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Gunter Kennel, bedauerte gegenüber dem „Prignitzer“ die Insolvenz : „Wir haben in unserer Region nicht gerade viele Firmen, die in diesem Metier aktiv sind“, so Kennel. „Jedes Unternehmen, dass in Schwierigkeiten gerät, ist da ein Problem.“ Er würde sich wünschen, dass das Unternehmen seine Arbeit für die Kirchengemeinden der Region trotz der Insolvenz fortsetzen könnte, und begonnene Projekte fertiggestellt würden, so Kennel.

Zahlungsausfälle, vor allem aus dem Ausland, machten den Kollegen immer wieder zu schaffen, sagte Thomas Jann, Vorsitzender des Bundes deutscher Orgelbaumeister. Der Verband vertritt nach eigenen Angaben die Interessen von 100 Betrieben mit rund 2000 Mitarbeitern. Der Markt in Asien oder Osteuropa biete zwar ein großes Potenzial, es gebe aber auch Risiken.

Käufer lehnten meist eine Bankabsicherung aus Kostengründen ab. Der Orgelbauer hätte dabei mehr Sicherheit, das Geld für seine Leistung zu erhalten. „Der Konkurrenzdruck ist aber enorm“, stellte Jann fest. Zur Höhe der Ausfallsumme im Fall Schuke wollte das Büro des Insolvenzverwalters nichts sagen.

Nach Medienberichten soll es sich um insgesamt rund 300 000 Euro handeln. Mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens wird Anfang Dezember gerechnet. „Wir prüfen die Möglichkeit, das Unternehmen zu sanieren und weiterzuführen“, hieß es aus der Kanzlei. Wenn ein Konzept vorliege, könnten Möglichkeiten für flankierende Hilfen geprüft werden, betonte das Wirtschaftsministerium.


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