Chaos-Flughafen BER: : Mehdorn tritt zurück

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Spätestens im Juni 2015 will er seine Tätigkeit als Geschäftsführer der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg beenden.

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15. Dezember 2014, 22:00 Uhr

Der BER-Geschäftsführer Hartmut Mehdorn hat gestern seinen Rücktritt angekündigt. Spätestens im Juni 2015 will er seine Tätigkeit als Geschäftsführer der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg beenden. „Ich musste in den zurückliegenden Wochen zur Kenntnis nehmen, dass im Aufsichtsratsumfeld Spekulationen zu meiner Person angestellt wurden, die das für mich vertretbare Maß überstiegen“, sagte Mehdorn. „Ich bedauere meinen Rücktritt persönlich sehr, da er weder meinem Pflichtbewusstsein noch meinen persönlichen Zielen entspricht.“ Der Schritt sei aber „in Abwägung der Gesamtlage notwendig geworden.“

Brandenburgs Politiker reagierten mit einer Mischung aus Bedauern und Erleichterung. So erklärte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD), er habe den Rücktritt überrascht und „mit Respekt zur Kenntnis genommen“. Mehdorn habe seinen Posten in einer schwierigen Zeit übernommen. Die Aufsichtsratssitzung am Freitag habe gezeigt, dass er es geschafft habe, in die Arbeit der Flughafengesellschaft „Linie reinzubringen“.

Zu Spekulationen, Technikchef Jörg Marks solle Nachfolger werden, wollte sich Woidke nicht äußern: „Es gibt eine Reihe von Kandidaten [...] Insgesamt hat es uns Mehdorn aber nicht immer nur leicht gemacht - das können wir mit Fug und Recht sagen.“ So scheint es auch Finanzminister Christian Görke zu sehen: „Ich habe das zur Kenntnis genommen.“ Mehr nicht. Keinen Dank und keinen Respekt hat er für Mehdorn übrig.

Immerhin hatte es in der vergangenen Woche noch massiven Streit zwischen den Eigentümern und Mehdorn gegeben. Umstritten waren die Frage, ob externe Gutachter Mehdorns Arbeit überprüfen sollten – und ob der 72jährige Geschäftsführer über das Auslaufen seines Vertrags Ende Februar 2016 hinaus im Amt verlängert werden sollte.

Insbesondere die Politiker der Linken profilierten sich dabei als entschiedene Gegner Mehdorns. Doch auch der Fraktionschef der Grünen im Landtag, Axel Vogel, hielt den Rücktritt Mehdorns für „überfällig“. „Jegliche Art von Vertrauen zwischen Vorstand und Aufsichtsrat war dahin“, sagte Vogel. „Jetzt gibt es eine Möglichkeit zum Neustart.“

Einzig die CDU bedauerte den Rücktritt des Geschäftsführers. „Das ist ein herber Schlag für das Projekt“ sagte deren Verkehrsexperte Rainer Genilke. Mehdorn sei in den letzten Wochen regelrecht aus dem Amt gemobbt worden. „Ich denke, dass das zu weiterer Verzögerung für den Flughafen führen wird.“

Inhaltlich beschäftigten sich die Abgeordneten vor allem mit der weiteren Finanzierung. Flughafenkoordinator Rainer Bretschneider bestätigte, dass eine neue Finanzspritze in Höhe von 2,2 Milliarden Euro nötig werde. Damit kostet der Flughafen mehr als sechs Milliarden Euro. Finanzminister Christian Görke betonte allerdings, dass das Land Brandenburg deswegen nicht automatisch mehr Geld zuschießen müsse: „Aus Sicht des Gesellschafters ist die Fremdfinanzierung das vorrangigste Ziel, gegebenenfalls mit einer Bürgschaft der Eigner.“ Benjamin Lassiwe Seite 15


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