Ausbildung an Privater Hochschule : Mediziner made in Brandenburg

Demnächst kann das Land  fehlende Ärzte womöglich durch eigenen Nachwuchs kompensieren.
Demnächst kann das Land fehlende Ärzte womöglich durch eigenen Nachwuchs kompensieren.

Auf dem Land fehlen sie – ab 2015 sollen nun erstmals Ärzte in der Mark ausgebildet werden.

svz.de von
09. Juli 2014, 12:08 Uhr

In Brandenburg sollen erstmals Ärzte ausgebildet werden. Wissenschaftsministerin Sabine Kunst (parteilos) hat dazu die geplante private medizinische Hochschule in Neuruppin und Brandenburg/Havel anerkannt, wie sie gestern in Potsdam erklärte. „Damit wird erstmals die Ausbildung von Fachärztinnen und Fachärzten in Brandenburg ermöglicht.“

Brandenburg ist das einzige Flächenland, in dem bislang keine Mediziner ausgebildet werden.

Zunächst soll es an der Hochschule Psychologie-Studiengänge geben, ab dem Sommer 2015 kommt ein Modellstudiengang Medizin hinzu. Jährlich 45 Ärzte sollen ausgebildet werden. Nach einer Regelstudienzeit von zwölf Semestern wären die ersten Absolventen im Jahr 2021 fertig.

Hinter der Medizinischen Hochschule Brandenburg Theodor Fontane stehen die Ruppiner Kliniken und das Städtische Klinikum Brandenburg/Havel. Verschiedene Lehrkrankenhäuser sowie Ärzteverbände und -kammern zählen zu den Kooperationspartnern.

Mit der neuen Hochschule sei die Hoffnung verbunden, die ärztliche Versorgung in Brandenburg abzusichern, sagte die Ministerin. Sie erwarte, dass die Absolventen nach ihrem Studium im Land blieben. Gerade im ländlichen Raum besteht ein Mangel an Medizinern.

Kunst betonte, dass mit der Genehmigung kein Landeszuschuss verbunden sei. Die Hochschule werde sich über Studiengebühren und Geld der Kliniken finanzieren. Für angehende Ärzte soll es ein Stipendiensystem geben.

Die Initiatoren hatten bereits 2012 zum ersten Mal einen Antrag auf Anerkennung gestellt. Dieser war zunächst jedoch abgelehnt worden.

Mit Nachbesserungen und nach einem längeren Verfahren wurde das Vorhaben nun genehmigt.

Laut Ministerin Kunst geht es bei der staatlichen Anerkennung um die Sicherung der Qualität. Damit verbunden sei auch die wichtige Anerkennung der Studienabschlüsse.

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