Chef der Fluglinie Germania : „Könnten noch 20 Jahre von altem Flughafen fliegen“

Germania-Chef Andreas kann immer noch lächeln, obwohl die Stagnation am BER auch seinem Unternehmen einen Strich durch die Rechnung gemacht hat.
Foto:
Germania-Chef Andreas kann immer noch lächeln, obwohl die Stagnation am BER auch seinem Unternehmen einen Strich durch die Rechnung gemacht hat.

Germanias Traum von der Eröffnung des Hauptstadtflughafens ist geplatzt – besonders traurig ist man bei der Airline offenbar nicht. Stattdessen spricht ihr Chef von positiven Aspekten.

svz.de von
10. März 2014, 22:40 Uhr

Die Fluggesellschaft Germania kann dem Warten auf den neuen Hauptstadtflughafen auch Positives abgewinnen.

„Terminal D am alten Flughafen Schönefeld ist günstig und bietet kurze Wege, ein bisschen wie ein Regionalflughafen“, sagte Germania-Chef Andreas Wobig. Seine Airline fliegt von dem alten Flughafen. „Vom Flugbetrieb her kann ich mit dem Flughafen auch 20 Jahre noch leben, das liegt auch an den Betriebszeiten.“

Das Unternehmen Germania sollte eigentlich die erste Airline sein, die am neuen Flughafen abhebt. „Germania eröffnet Hauptstadtflughafen“ – von dieser Schlagzeile träumte das Unternehmen. Die entsprechenden Pläne für einen Testbetrieb sind aber gescheitert.

Besonders Charter-Flüge für die großen Reiseanbieter seien auf die ganz frühen Morgenstunden angewiesen, sagte Wobig. Anders als am früheren DDR-Zentralflughafen Schönefeld werden am Neubau aber Nachtflüge verboten sein. Inzwischen erwägt der Betreiber, den alten Flughafen offen zu halten, wenn der knapp dimensionierte Neubau eröffnet ist.

Germania war im vergangenen November von Tegel nach Schönefeld gezogen. Dort steht auch der neue Wartungshangar, den die Airline mit Air Berlin betreibt. „Das ist es, was uns an der Nicht-Eröffnung stört: Dass wir unseren Wartungshangar in Schönefeld nicht voll nutzen können, das heißt, auch für Fremdkunden.“

Bis zur Absage des Testbetriebs im Februar hatte Flughafenchef Hartmut Mehdorn geplant, dass Germania die ersten Flüge vom Neubau anbietet.

„Das wäre für uns der Marketing-Gag gewesen, einmal um 20 Uhr in der Tagesschau zu sehen: Germania eröffnet den BER“, sagte Wobig. „Viele sahen das ja kritisch, aber wir haben nur eine Maschine in Berlin. Bei fünf wäre ich vorsichtiger gewesen.“

Der neue Flughafen sollte eigentlich Ende 2011 in Betrieb gehen, nun könnte es sich nach Mehdorns Worten bis 2016 hinziehen. Einen konkreten Terminplan legt er nicht vor. „Ich glaube nicht, dass der neue Flughafen vor 2016 eröffnet“, sagte Wobig. Und dann ergänzte er: „Ich tippe auch, dass es nicht Anfang 2016 sein wird.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen