zur Navigation springen

Ernährung : Kaum Bio-Produkte aus Brandenburg in den Regalen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Bio-Produkte verkaufen sich besser denn je in der Region: Zehn Prozent stiegen die Umsätze im vergangenen Jahr. Doch es fehlen nach wie vor regionale Erzeuger. Sie vermissen eine Unterstützung durch die Landesregierung.

Es ist ein hehres Ziel der Öko-Branche: Die Produkte sollen größtenteils von Bauern aus der Umgebung in die Märkte geliefert werden. Doch davon ist die Branche in Berlin und Brandenburg noch weit entfernt. „Das Potenzial ist riesig, es wird aber wenig ausgeschöpft“, sagt Michael Wimmer, Geschäftsführer der Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau (FÖL). „Es ist unbefriedigend, dass viele Produkte nach wie vor aus anderen Ländern bezogen werden.“

320 Millionen Euro setzte der regionale Bio-Fachhandel im vergangenen Jahr um, zehn Prozent mehr als 2012. Die Zahl der Bio-Supermärkte stieg von 61 auf 75 Filialen, zehn weitere sollen 2014 eröffnen. Doch damit mehr Brandenburger Bauern zum Zuge kommen, müsste aus Sicht von Wimmer die Vermarktung stärker in den Blickpunkt der Agrarpolitik rücken. „Hier wird die Entwicklung verschlafen“, sagt er.

Die Anbaufläche für Bio-Produkte ist laut FÖL in Brandenburg in den vergangenen zehn Jahren nur um 1,5 Prozent jährlich gestiegen, gefördert wurde die Umstellung zuletzt nicht mehr.

„Bald werden wir von anderen Ländern überflügelt“, sagt Wimmer. Und er ergänzt: „Es fehlen Signale aus Potsdam, dass Bio hier auch künftig eine Rolle spielen soll.“

Aus Sicht von Meinrad Schmitt, Geschäftsführer des Berliner Großhandels Terra Naturkost, existiert zwar eine gute „Stadt-Land-Zusammenarbeit“, aber auch er sieht noch große Potenziale. Engpässe gebe es immer wieder bei Eiern aus der Region sowie Gemüse außerhalb der Saison. Schmitt würde sich wünschen, dass die Landesregierung neue Verarbeitungsbetriebe in der Öko-Branche mit Anschubfinanzierungen unterstützt.

Der Sprecher des Agrarministeriums, Jens-Uwe Schade, weist die Kritik zurück. 16 Millionen Euro seien bislang an Bio-Betriebe geflossen. Allerdings räumt er ein: „In Supermärkten ist es schwierig, Brandenburger Bio-Waren zu finden.“ Das Land könne aber nur Anreize schaffen, investieren müsse die Wirtschaft.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen