Ungewisse Zukunft : In Brandenburg gibt es immer weniger Schafe

Lammfleisch ist besonders zu Ostern gefragt, aber in Brandenburg profitieren Schäfer kaum.
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Lammfleisch ist besonders zu Ostern gefragt, aber in Brandenburg profitieren Schäfer kaum.

Zu Ostern ist traditionell Lammfleisch gefragt, aber die märkischen Schäfer haben nicht viel davon. Der Preis ist im Vergleich zum Vorjahr gefallen

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17. März 2014, 12:10 Uhr

Aktuell erhielten Schäfer 4,66 Euro pro Kilogramm Schlachtgewicht, sagte Tim Koch von der Agrarmarkt-Informations-Gesellschaft. Im Vorjahr waren es zur gleichen Zeit 4,98 Euro. Koch erwartet, dass der Preis vor den Feiertagen noch etwas anzieht. Der Verbrauch gehe seit Jahren zurück.

In der Mark liege die Nachfrage nach Osterlämmern bislang unter dem Durchschnitt, sagte der Vorsitzende des Schafzuchtverbandes Berlin-Brandenburg, Schäfermeister Knut Kucznik. Für ihn ist der Fleischpreis gar nicht so relevant: „Unsere Kosten sind in der letzten Zeit explodiert. Das können wir gar nicht auf den Verbraucher umlegen. Der kauft dann eben billigeres Fleisch aus Neuseeland.“ Als Beispiel nannte Kucznik den Beitrag für die Berufsgenossenschaft, der von 900 auf 6200 Euro gestiegen sei.

Im Vergleich zum Vorjahr sei der Bestand an Schafen in der Mark um knapp 10 Prozent zurückgegangen. Aktuell gebe es rund 72 000 Schafe, davon 54 000 Muttertiere.

Etwa 60 Prozent der Einnahmen kämen aus Fördermitteln für die Landschaftspflege. Das Land habe eine Kürzung um 15 Prozent angekündigt. Kucznik glaubt dagegen, dass diese Subventionen stark steigen müssten. „Sonst gibt es uns in zwei bis drei Jahren nicht mehr. Wer noch mal einen Schäfer besuchen will, der sollte es rasch tun.“

Momentan gibt es nach Kuczniks Angaben rund 4000 Halter von Schafen im Land, der Großteil halte unter 150 Tiere. Der Altersdurchschnitt der Schäfer liege bei knapp 60 Jahren. Im ganzen Land gebe es nur einen Lehrling. Der Verband plant Anfang April eine Demonstration, wenn sich die Agrarminister aller Bundesländer in Cottbus treffen.

Auch wenn viele denken, dass zu Ostern die Osterlämmer auf den Tisch kommen - das Fleisch stammt vom letztjährigen Nachwuchs.

Kucznik erwartet das erste Lamm erst Ende März.

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