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Verkehr : Immer wieder sonntags

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Freizeitsportler fühlen sich durch das Lkw-Fahrverbot ausgebremst und fordern eine Sonderregelung

svz.de von
erstellt am 26.Feb.2015 | 15:49 Uhr

Brandenburgs Freizeitsportler fühlen sich durch das von der Landesregierung verhängte Sonntagsfahrverbot für bis zu 3,5 Tonnen schwere Kleinlaster mit Anhängern ausgebremst. Vor wenigen Tagen hatte Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (parteilos) in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage des SPD-Landtagsabgeordneten Mike Bischoff klargestellt, dass das Fahrverbot an Sonn- und Feiertagen in Brandenburg auch für Transporte zu Sport- und Freizeitzwecken gilt.

Betroffene können dies nicht nachvollziehen. „Wir sind seit Jahren mit unseren Huskys unterwegs, die Veranstaltungen enden immer am Sonntag“, klagt Lothar Bär aus Lüdersdorf (Mecklenburg-Vorpommern) und verweist auf eine Vereinbarung der Verkehrsministerkonferenz vom Oktober 2007, in der die Empfehlung ausgesprochen wurde, „Wohnwagenanhänger und Anhänger, die zu Sport- und Freizeitzwecken hinter Lastkraftwagen mit einer zulässigen Gesamtmasse bis zu 3,5 Tonnen geführt werden“, vom Sonn- und Feiertagsverbot auszunehmen.

Getan haben dies nur einige Bundesländer: Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg oder auch Mecklenburg-Vorpommern. Jürgen Schäfermeier, Vorstandsmitglied des Kreisreiterverbandes der Uckermark, leuchtet nicht ein, dass Brandenburg weiter am Fahrverbot festhält und Pferde, Boote oder eben Huskys auf märkischen Autobahnen nur mit einer kostenpflichtigen Ausnahmegenehmigung transportiert werden dürfen.

„Wenn ich am Wochenende zu einem Turnier nach Mecklenburg-Vorpommern fahre, habe ich dort keine Probleme, aber sobald ich auf dem Rückweg am Sonntag die Landesgrenze zu Brandenburg überschreite, darf ich nicht mehr weiterfahren“, erzählt Schäfermeier, dessen Verband 340 Mitglieder hat. „Alles Freizeitsportler, die Montag früh wieder an ihrem Arbeitsplatz sein müssen.“

Im Verkehrsministerium in Potsdam kennt man den Beschluss der Verkehrsministerkonferenz von 2007 sehr wohl. „Aber die Gesetzgebungskompetenz liegt bei der Bundesregierung“, stellt Ministeriumssprecher Steffen Streu klar. Brandenburg habe 2009 eine vom Stadtstaat Hamburg angeschobene Initiative unterstützt, die zum Bundesratsbeschluss geführt hat, die Ausnahme für Freizeitsportler vom Sonn- und Feiertagsfahrverbot in die Straßenverkehrsordnung aufzunehmen. „Passiert ist aber bislang nichts“, sagt Streu.

Im Bundesverkehrsministerium fällt die Antwort kurz und knapp aus: Es sei sinnvoll, sich vor Antritt einer Fahrt in den zuständigen Ländern zu erkundigen, wie die Auffassung und Handhabung ist.

Pferdesportler Jürgen Schäfermeier versteht nicht, warum Brandenburg bis zu einer bundeseinheitlichen Regelung diese Ausnahme nicht wie andere Bundesländer auch per Erlass regelt. Dem Landessportbund (LSB) ist das Problem neu. „Bis jetzt haben uns unsere Mitglieder dahingehend keine Probleme gemeldet“, sagt Sprecher Fabian Klein und ergänzt: Grundsätzlich würde der LSB jedoch jede Regelung begrüßen, die den Mitgliedern das Sporttreiben und die Fahrten zu Trainings- und Wettkampfstätten erleichtert.

 

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