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Selbstgemachter Honig im Trend : Imkern ist wieder beliebt

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Bienen in der Freizeit pflegen und Honig als Lohn bekommen – auch Prignitzer sind davon begeistert

svz.de von
erstellt am 27.Sep.2014 | 07:45 Uhr

Immer mehr Brandenburger entdecken die Imkerei als Hobby für sich. „Rund 2000 Freizeit-Imker mit fast 20 000 Völkern sind derzeit Mitglied im Landesverband der Brandenburgischen Imker“, sagte der 1. Vorsitzende, Rainer Gabriel. Vor zehn Jahren habe es nur rund 1300 Mitglieder gegeben. „Unsere Werbeaktionen waren sehr erfolgreich“, betonte er.

Anfang September seien die von der Europäischen Union für ein Jahr zur Verfügung gestellten Fördermittel für Imker-Neustarter in nur einer Woche vergeben gewesen. „Die ersten Anträge lagen schon vor Öffnung der Geschäftsstelle vor“, sagte Gabriel. Sie gelten für die Saison 2014/2015. Insgesamt standen 50 000 Euro als finanzielle Starthilfe bereit. Etwa die Hälfte der Kosten für die Anschaffung von Völkern und Gerätschaften wird gefördert.

Anfangs muss nach Angaben von Gabriel mit Kosten in Höhe von 2000 bis 2500 Euro gerechnet werden. Bei Schnupperkursen an Volkshochschulen oder in Imker-Kreisverbänden sei zuvor bei vielen das Interesse geweckt worden, sagte er. Sie kommen nach seinen Angaben aus allen Berufs- und Altersgruppen.

In den letzten Jahren hätten zunehmend junge Frauen ihre Liebe zur Honigbiene entdeckt. „Viele wollen einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz leisten“, sagte er.

Nachdem die theoretischen Grundlagen über Bienenhaltung und Honiggewinnung vermittelt wurden, gehe es in die Praxis. „Jeder künftige Hobbyimker hat dann einen Paten und durchläuft mit ihm das Honigjahr“, sagte Gabriel. Der 61-Jährige habe selbst etwa 100 bis 130 Schüler in die Geheimnisse eingeweiht.

Die „Praktikanten“ bekommen ein eigenes Volk zugeteilt, fahren mit den Bienen in Raps- oder Sonnenblumenfelder und kümmern sich um die Tiere und ihre Königin. „Wichtiger Punkt ist die Bekämpfung der Varroamilbe“, sagte er. Ein Befall könne die gesamte Brut vernichten. Etwa 100 seiner einstigen Schüler seien dabei geblieben, sagte Gabriel, der selbst 20 Völker hat. Am Ende der Saison bringe jedes Volk seinem Imker rund 35 Kilogramm Honig.

Menschen, die sich für die Imkerei begeistern, sind nach Ansicht von Gabriel vom Gemüt her ruhige Typen. „Hektiker machen Bienen nervös“, sagt er.

Auch in der Prignitz gibt es begeisterte Imker. Dieses Jahr fand im Juli in Pritzwalk sogar der 1. Prignitzer Honigmarkt statt. Bereits vor zwei Jahren wurde der Imkerverein Meyenburg 1905 e.V. vom Land für seine Leistungen bei der Nachwuchsgewinnung ausgezeichnet.

Thomas Bein, ehemaliger Betreiber der Brandenburger Bienenakademie, die ihren Sitz in der Prignitz hatte, sagt: „Leute, die das Thema Imkerei für sich entdecken, sind oft zwischen 30 und 40 Jahre alt. Dabei spielt oft eine Rolle, dass Menschen ihre Lebensmittel selbst herstellen möchten. Die Bienen werden auch zum Bestäuben von Obstbäumen genutzt.“

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