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Positiver Trend : Imker rechnen mit gutem Honigjahr

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Selten Frost und ein sonniger Frühling – die Imker und Bienen des Landes freut’s. Doch es droht auch Gefahr.

Es summt und brummt in Brandenburg: Die Honigbienen haben den Winter gut überstanden, die Imker melden nur wenige Verluste. Grund dafür sind nicht nur die milden Temperaturen. „Vor allem liegt das an der geringen Belastung durch Varroamilben im vergangenen Jahr, die Bienen sind widerstandsfähiger“, sagte der Leiter des Länderinstituts für Bienenkunde, Kaspar Bienefeld. Die Aussichten auf eine gute Honigernte seien deshalb günstig. 3680 Imker und fast 38 000 Völker zählt das Agrarministerium aktuell.

300 Völker leben direkt im Institut in Hohen Neuendorf (Oberhavel) unter ständiger Beobachtung von Bienefeld und seinen Kollegen. „Wir haben in diesem Winter nur zehn Völker verloren“, berichtete der Instituts-Chef. Da die nützlichen Insekten bereits bei 12 Grad ausfliegen, haben sie auch im Laufe des Winters mehrfach die Stöcke verlassen. Auf die ersten Frühblüher als wichtige Energiequellen mussten sie nicht so lange warten wie in anderen Jahren. „Jetzt können sich die Bienen mancherorts an ergiebigen Massentrachten bedienen, der Raps blüht in diesem Jahr schon früh“, sagte Bienefeld. Deshalb hoffen die Imker auf eine satte Ernte.

Doch der Bienenkundler warnt, dass der gute Saisonstart ernste Folgen haben könnte. „Durch den ebenfalls früheren Brutbeginn in den Völkern hat es auch die Varroamilbe leichter.“ Der Parasit nistet sich in den Waben ein, schädigt die Entwicklung der Larven und kann verschiedene Viren übertragen. Die Milbenart gilt als eine der bedeutendsten Ursachen für örtlich auftretendes Bienensterben in Deutschland. Deshalb sollten Imker vorsichtig sein und Kontrollen durchführen, empfahl Bienefeld.

Das Länderinstitut für Bienenkunde bietet Beratungen bei Milbenbefall sowie Kurse zur Zucht und Pflege an. „Die meisten Seminare sind aber schon ausgebucht, der Trend zum Imkern hält an“, sagte Bienefeld. In den Angeboten der regionalen Vereine ließen sich derzeit noch eher Plätze ergattern.

Für die meisten ist die Beschäftigung mit den Insekten ein Freizeitvergnügen – nur etwa zwei Prozent sind Berufsimker. „Es gibt seit Jahren immer mehr Interessierte, die meisten Jungimker halten sich aber nur wenige Völker“, sagte Bienefeld. Derzeit kümmert sich ein Imker durchschnittlich um sieben bis acht Völker. Vor einigen Jahren waren es noch zwölf.

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