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Stromkosten : Haushalte verschenken Milliarden

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Die Strompreise steigen seit Jahren. Und die soeben für 2016 angekündigte Erhöhung der Ökostrom-Umlage lässt nicht vermuten, dass sich dieser Trend im kommenden Jahr umkehrt. Dabei nutzen die Stromkunden noch zu wenig Sparmöglichkeiten.

svz.de von
erstellt am 18.Okt.2015 | 22:00 Uhr

Die Strompreise steigen seit Jahren. Und die soeben für 2016 angekündigte Erhöhung der Ökostrom-Umlage lässt nicht vermuten, dass sich dieser Trend im kommenden Jahr umkehrt. Dabei nutzen die Stromkunden noch zu wenig Sparmöglichkeiten.

Angesichts hoher Energiekosten lohnt sich ein genauerer Blick in die Region: Der Landkreis Uckermark ist im östlichen Brandenburg Spitzenreiter in Sachen geringer Energieverbrauch. Das geht aus einem aktuellen Vergleich des Energieriesen E.ON hervor, der die Stromverbräuche von Privathaushalten in einzelnen Landkreisen untersucht hat. Demnach verbraucht ein Haushalt in der Uckermark durchschnittlich 2115 Kilowattstunden Strom pro Jahr. Wobei es im Barnim (2128 kWh) und im Landkreis Oder-Spree (2133) auch nicht viel mehr sind.

Den höchsten Durchschnittsverbrauch in der Region haben Haushalte in Märkisch-Oderland mit 2207 Kilowattstunden im Jahr. Die Gesamtdifferenz fällt allerdings mit knapp 100 Kilowattsunden gering aus – sie entspricht in etwa dem Jahresverbrauch eines großen Fernsehgeräts, das täglich für mehrere Stunden eingeschaltet wird.

Ohnehin lässt sich aus diesen Angaben nicht zwangsläufig darauf schließen, dass in der Uckermark mehr Energie gespart wird als anderswo. Denn es gibt noch andere Faktoren, die den Verbrauch beeinflussen. So fällt beispielsweise in Landkreisen mit durchschnittlich kleineren Haushalten auch der Energieverbrauch in der Regel niedriger aus – und umgekehrt.

Dennoch: Einsparmöglichkeiten gibt es überall, und sie werden noch immer zu wenig genutzt. Gerade angesichts der erneuten Anhebung der EEG-Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien raten Experten den Verbrauchern, in einen günstigeren Stromtarif zu wechseln. Doch nach Angaben des Vergleichsportals Verivox hat sich ein Drittel der deutschen Haushalte noch nie um einen anderen Tarif bemüht. Damit würden die Stromkunden rund 2,6 Milliarden Euro pro Jahr verschenken. „Unsere Rechnung zeigt, dass es hier noch große Einsparmöglichkeiten gibt, die Haushalte deutlich entlasten können“, sagt Jan Lengerke, Mitglied der Verivox-Geschäftsleitung.

Wer sich nie um einen günstigeren Stromtarif gekümmert hat, wird noch zu den Bedingungen des Grundversorgungstarifes des örtlichen Anbieters beliefert. Laut Bundesnetzagentur verbrauchen grundversorgte Haushalte im Mittel 2400 Kilowattstunden pro Jahr. Bei diesem Jahresverbrauch fallen nach aktuellem Stand jährliche Kosten von 754 Euro im bundesdeutschen Durchschnitt an. Das entspricht einem Kilowattstundenpreis von 31,42 Cent.

Dabei lohnt es sich meist schon, beim Grundversorger nachzufragen. Denn der bietet meist auch günstigere Tarife, die dafür oft eine längere Laufzeit haben.

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