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Umfrage zur Konjunktur : Handwerk strotzt vor Optimismus

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Acht von zehn Betrieben sind zufrieden. Für die kommenden Monate wird eine noch bessere Entwicklung erwartet.

Dem Brandenburger Handwerk geht es so gut wie selten zuvor: Acht von zehn Betrieben schätzen ihre Lage als gut oder befriedigend ein.

Die Zahlen ähneln sich: 87,7 Prozent der Handwerksunternehmen in Südbrandenburg halten ihre Lage für gut oder zufriedenstellend, in Westbrandenburg sind es 84,4 Prozent, in Ostbrandenburg 80,1 Prozent. Das haben die Frühjahrs-Konjunkturumfragen der Handwerkskammern Cottbus, Potsdam und Frankfurt (Oder) ergeben. Und ein Ende scheint nicht in Sicht: Im Potsdamer Kammerbezirk erwarten 30 Prozent eine Verbesserung, aber nur sieben Prozent ein Verschlechterung, im Süden lautet das Verhältnis 30 zu elf Prozent und in Ostbrandenburg sehen sogar 45 Prozent einen Aufschwung und nur zwölf Prozent einen Abschwung voraus.

Der Frankfurter Hauptgeschäftsführer Uwe Hoppe konnte denn auch am Dienstag konstatieren, dass das Handwerk 2014 „sehr positiv gestartet“ sei. Besonders gut sieht es in Brandenburg generell auf dem Bau aus – sowohl den niedrigen Zinsen, als auch dem milden Winter geschuldet. Im Frankfurter Bezirk meldet das Bauhauptgewerbe, wozu Maurer, Dachdecker, Gerüstbauer gehören, für 78,2 Prozent gute oder befriedigende Lagen. Im Ausbaugewerbe, bei Malern, Klempnern, Fliesenlegern, sind es 83 Prozent. Wobei glatt die Hälfte aller Betriebe gute Geschäfte konstatiert – „der beste Wert der gesamten Umfrage“, wie Abteilungsleiterin Astrid Köbsch, die die Befragung verantwortet, betont.

Erstaunlich ist, dass sich trotz der harten Konkurrenz der Discounter, die frisches Fleisch und verstärkt auch frische Backwaren anbieten, das Nahrungsmittelgewerbe stark zeigt: Fleischer, Bäcker, Konditoren melden zu 86,4 Prozent gute oder zufriedenstellende Geschäfte. Angesichts steigender Einkommen setze sich bei den Verbrauchern Qualität verstärkt durch, erklärt Uwe Hoppe den Trend. Der im Süden aber abgeflaut scheint: Hier sank die Zahl von 100 Prozent 2013 auf jetzt 66,7 Prozent.

Anders im Gesundheitsgewerbe: Während Optiker, Zahntechniker oder Orthopädietechniker in Ostbrandenburg sich nur zu 57,2 Prozent zumindest zufrieden zeigen, sind es in Südbrandenburg stolze 100 Prozent.

Froh zeigt sich Uwe Hoppe darüber, dass das Handwerk den Zusammenbruch der Solarindustrie wegstecken konnte. Noch vor einem Jahr hätten die Betriebe in Frankfurt unter der Krise gelitten. Nun habe man neue Kunden in der Stadt und anderswo gefunden.

Eine sehr kleine Rolle spielen entgegen erster Hoffnungen polnische Jugendliche als Lehrlinge – von acht Polen, die 2013 mit der Ausbildung begannen, sind noch fünf dabei.

Dass das Handwerk gut zu tun hat sowie Rohstoff- und Energiekosten nach oben gehen, bekommen auch die Kunden zu spüren: Jeder fünfte Betrieb hat seine Endkundenpreise angehoben. Jeder dritte Handwerker will das noch tun.

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