Lehrlingsmangel : Handwerk setzt auf Studienabbrecher

Brandenburger Betriebe sehen mögliche Lösung für Lehrlingsmangel

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16. Februar 2014, 14:53 Uhr

Das brandenburgische Handwerk will verstärkt auf Studienabbrecher zugehen und für eine praktische Ausbildung werben. „Was viele gar nicht wissen, ist, dass Meistertitel Bachelorabschlüssen mittlerweile gleichgestellt sind“, sagte die Sprecherin der Handwerkskammer Potsdam, Ute Maciejok. Studienabbrecher würden zudem gerne von den Betrieben eingestellt sowie aus- und weitergebildet.

Generell müsse das Image des Handwerks verbessert werden, sagte Maciejok. „Eine Über- und Unterordnung zwischen Studium und praktischer Arbeit des Handwerks gibt es nach unserer Ansicht nicht“, betonte sie. Zumeist seien Jobs in mittlerer Führungsebene und in unmittelbarer Verantwortung auch ohne Studienabschluss möglich, betonte Maciejok.

Für das Ausbildungsjahr 2014/15 sind im Potsdamer Handwerksbezirk derzeit 472 freie Lehrstellen in der Online-Jobbörse aufgelistet. Das Spektrum reicht vom Elektroniker über Kfz-Mechatroniker bis hin zum Maurer. Am Samstag beschäftigte sich die Handwerkskammer Potsdam deshalb auf einem Gesellentag in Caputh unter anderem mit neuen Strategien der Nachwuchsgewinnung. Der Aktionstag steht unter dem Motto „Handwerk zwischen Zunft und Zukunft.“

Wegen der geburtenschwachen Jahrgänge ist nach Maciejoks Angaben ein harter Konkurrenzkampf um jeden potenziellen Azubi ausgebrochen. In Brandenburg gibt es aktuell 40 000 Handwerksbetriebe mit 160 000 Beschäftigten.

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