Wirtschaft : Gute Konjunktur belebt Arbeitsmarkt

Im Schnitt waren 8,7 Prozent der Brandenburger 2015 arbeitslos.
Im Schnitt waren 8,7 Prozent der Brandenburger 2015 arbeitslos.

Niedrigste Arbeitslosigkeit in Brandenburg seit dem Mauerfall

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05. Januar 2016, 09:16 Uhr

Die Arbeitslosigkeit in Brandenburg ist 2015 auf das niedrigste Niveau seit der Wiedervereinigung gesunken. Im Jahresdurchschnitt waren 114 900 Frauen und Männer erwerbslos gemeldet, das entspricht einer Quote von 8,7 Prozent, wie die regionale Arbeitsagentur gestern mitteilte. Im Jahr zuvor lag sie bei 9,4 Prozent.

Die gute Konjunktur habe sich besonders auf Einstellungen von Unternehmen im Berliner Umland positiv ausgewirkt, sagte die Geschäftsführerin der Agentur, Jutta Cordt, in Berlin. Auch der weiterhin anhaltende Wegzug von Menschen aus Brandenburg führe zu einer niedrigeren Erwerbsquote. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen, vor allem Ältere, nehme allerdings kontinuierlich zu: 42 Prozent aller Erwerbslosen seien seit mehr als einem Jahr ohne Arbeit.

Die große Zahl ankommender Flüchtlinge wird sich in diesem Jahr bei den Arbeitsagenturen voraussichtlich nur relativ schwach bemerkbar machen. In Brandenburg dürften 2016 rund 4000 Flüchtlinge in der Arbeitslosenstatistik auftauchen, sagte Holger Seibert vom agentureigenen Forschungsinstitut IAB. Die Prognose geht für dieses Jahr von einer stabilen Arbeitslosenzahl aus. Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten dürfte hingegen um gut 12 000 oder 1,5 Prozent auf rund 816 000 steigen.

Im Monat Dezember stieg die Arbeitslosenquote im Vergleich zu November um 0,2 Punkte auf 8,3 Prozent. Die Zahl der registrierten Arbeitslosen erhöhte sich um 3274 auf 110 137. Das waren jedoch 8159 weniger als vor einem Jahr. Nach den Daten der Arbeitsagentur landete Brandenburg im Dezember unter den 16 Bundesländern auf Platz 12.

Cordt sprach von einem saisontypischen Zuwachs der Arbeitslosigkeit, bedingt durch die geringe Nachfrage nach Arbeitskräften auf dem Bau und in der Landwirtschaft. Im Dezember waren den Behörden 16 922 offene Arbeitsstellen gemeldet, 4868 mehr als im Dezember 2014.

„Der Arbeitsmarkt hat sich 2015 insgesamt gut entwickelt. Die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns von 8,50 Euro ist gelungen. Allen Unkenrufen von Arbeitgebern und Ökonomen zum Trotz gab es im vergangenen Jahr keine Arbeitsplatzvernichtung. Im Gegenteil: Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist in Brandenburg deutlich gestiegen und auch viele Minijobs sind in reguläre Beschäftigungsverhältnisse umgewandelt worden. Der gesetzliche Mindestlohn ist ein großer Erfolg“, sagte Brandenburgs Arbeitsministerin Diana Golze (Linke). Sie bewertet die Aussichten für den Arbeitsmarkt im neuen Jahr als gut: „Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist nach wie vor sehr hoch. Zu den großen Herausforderungen zählt die Arbeitsmarktintegration von Langzeitarbeitslosen und Flüchtlingen. Das wird der Schwerpunkt unserer Arbeitspolitik in den kommenden Monaten sein. Hier darf es beim gesetzlichen Mindestlohn keine Einschnitte geben. Der Mindestlohn gilt für alle.“

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