Grüne Woche Berlin : Ganz schön teuer

Bäcker Stephan Sembritzki aus Baruth präsentierte auf der Grünen Woche seine Riesenbrezeln.
Bäcker Stephan Sembritzki aus Baruth präsentierte auf der Grünen Woche seine Riesenbrezeln.

Die Brandenburg-Halle auf der Grünen Woche kostete Aussteller und Steuerzahler mehr, als andere Länderschauen

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25. Januar 2016, 14:51 Uhr

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hatte es geahnt: „Ich bin überzeugt: Auf der diesjährigen Grünen Woche wird die Brandenburg-Halle wieder zum Publikumsrenner“, sagte der SPD-Politiker vor zehn Tagen, als die weltgrößte Agrar- und Ernährungsausstellung ihre Pforten öffnete. Tatsächlich waren mehrere hunderttausend Menschen zu Gast in der Messehalle 21a, wo 78 Aussteller ihre Produkte präsentierten. Doch obwohl das Land Brandenburg die Halle mit rund 820 000 Euro subventioniert: Im Vergleich zu anderen Länderschauen auf der Messe ist die Brandenburg-Halle eher teuer.
„Das Agrarministerium mietete die Halle 21a komplett von der Messe Berlin“, sagt der Sprecher des Ministeriums, Jens-Uwe Schade. Die Aussteller wiederum mieteten ihre Stände vom Ministerium. Laut der Messe Berlin ist die Halle 2934 Quadratmeter groß, so dass das Land jeden Quadratmeter Messehalle mit rund 279 Euro unterstützte.

Die Messestände gab es in verschiedenen Größen: Der kleinste, zehn Quadratmeter große Stand, der an Unternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern vermietet wurde, schlug für die Dauer der Messe mit 2970 Euro zu Buche. Ein zwölf Quadratmeter großer Stand kostete 3564 Euro, ein 20 Quadratmeter großer Stand 6534 Euro.

In diesen Preisen enthalten waren neben der reinen Standfläche auch der Aufbau der Stände, sowie zum Beispiel die Kosten des Bühnenprogramms auf der „Antenne Brandenburg“-Bühne, die vom Land getragen wurden. „Das Bühnenprogramm für die Halle bezahlt die Landesregierung, unser eigenes Programm bezahlen wir natürlich selbst“, sagte RBB-Sprecher Justus Demmer.
Andere Bundesländer geben nicht so viel Geld für die Grüne Woche aus. Mecklenburg-Vorpommern zum Beispiel war in Halle 5.2 b aktiv – auf einer Fläche von 1800 Quadratmetern präsentierten sich rund 60 Aussteller. Nach Angaben des Sprechers im Schweriner Umweltministerium, Constantin Marquardt, bezuschusste das Land die Halle mit rund 480 000 Euro. Das entsprach einem Quadratmetepreis von 266 Euro – also 13 Euro unter dem, was Brandenburg bezahlte.

Hochgerechnet auf die Fläche der Brandenburg-Halle war MV gut 50 000 Euro sparsamer. Und auch die Aussteller zahlten etwas weniger: Der Quadratmeter kostete durchschnittlich 220 Euro, demnach hätte ein zwölf Quadratmeter großer Stand 2640 Euro gekostet. Ein 20 Quadratmeter großer Stand hätte bei lediglich 4400 Euro gelegen – rund 2.100 Euro weniger als in Brandenburg. Dazu kam nach Angaben von Marquardt aber noch eine Pauschale, mit der sich die Aussteller am Bühnenprogramm beteiligen müssen.
Der Freistaat Sachsen hatte für seine 1700 Quadratmeter große Präsentation in Halle 21b nach Angaben des Dresdener Landwirtschaftsministeriums 415 000 Euro Haushaltsmittel investiert. Der Quadratmeterpreis lag also nur bei 244 Euro, 35 Euro unter dem Preis der Brandenburg-Halle. Hochgerechnet auf deren Größe gab der Freistaat 100 000 Euro weniger aus.

Aussteller in der Sachsen-Halle bezahlten „je nach Unternehmensgröße zwischen 150 und 290 Euro pro Quadratmeter“. Im günstigsten Fall hätte ein zwölf Quadratmeter großer Stand also 1800 Euro gekostet, im teuersten Fall 3480 Euro. Ein 20 Quadratmeter großer Stand hätte im besten Fall 3000 Euro, im teuersten Fall 5800 Euro gekostet. Sächsische Produzenten, Direktvermarkter und vor allem Steuerzahler mussten also deutlich weniger Geld in ihren Messeauftritt investieren, als die Brandenburger.

Benjamin Lassiwe

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