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WarnunG : Firmen in Brandenburg unterschätzen Spionage-Gefahr

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Unternehmen in der Hauptstadtregion müssen sich aus Sicht des Verfassungsschutzes besser gegen Spionageattacken rüsten. Dutzende Hightech-Unternehmen in Berlin und Brandenburg sind demnach gefährdet.

Vor allem kleine und mittlere Firmen seien der Auffassung, dass nur die Großen auf dem Radar von Nachrichtendiensten oder Konkurrenten seien, sagte der Chef des brandenburgischen Verfassungsschutzes, Carlo Weber. Zusatzkosten zur Datensicherung würden oftmals gescheut. Dies könne fatale Folgen haben, denn Wirtschaftsspionage nehme seit Jahren aufgrund globalisierter Märkte zu.

Im Blick vor allem russischer und chinesischer Nachrichtendienste stünden Unternehmen und Forschungseinrichtungen, die sich der Hoch- und Spitzentechnologie widmen.

Etwa 1500 Betriebe mit hoher technologischer Kompetenz gibt es zwischen Elbe und Oder. Um schwerwiegenden Know-how-Verlust im Unternehmen wirkungsvoll zu verhindern, müssten bereits erste Verdachtsmomente ernst genommen werden, rät der Verfassungsschutz.

Aus Scham oder Furcht vor Rufschädigung würden jedoch viele Unternehmen bei Verdachtsfällen auf Anzeigen verzichten. Daher dürfte das Dunkelfeld sehr hoch sein.

Experten gehen davon aus, dass die deutsche Wirtschaft durch Know-how-Diebstahl jährlich einen Schaden in zweistelliger Milliardenhöhe zu verkraften hat.


Angriffe übers Netz, aber auch ganz klassisch


Im Kriminalitätsbarometer des IHK-Arbeitskreises für Unternehmenssicherheit gaben vor drei Jahren 2,5 Prozent der Betriebe an, Opfer von Spionageattacken gewesen zu sein. Allerdings haben nur gut 1500 von 4000 angeschriebenen Unternehmen an der anonymen Befragung überhaupt teilgenommen.

Spionageattacken laufen oft über das Internet. IHK-Sprecher Knuth Vieth sagte dazu: „Wir raten unseren Mitgliedern, sich Hilfe beim Landeskriminalamt oder beim Verfassungsschutz zu holen.“

Die Brandenburger Polizei hat unterdessen mit Fachdienststellen auf die stark steigende Zahl der Cyber-Crime-Delikte reagiert. Beim LKA wurde 2012 außerdem die Zentrale Ansprechstelle Cyber-Crime gegründet. Unternehmen und Behörden finden dort Hilfe.

Verfassungsschutzchef Weber wies auch auf die konventionellen Praktiken von Wirtschaftsspionen hin. Ein sehr effektives Mittel sei die „Gesprächsabschöpfung“. Dabei werden ahnungslosen Opfern in angenehmer Atmosphäre Betriebsgeheimnisse entlockt. Auch soziale Netzwerke böten gute Voraussetzungen, um Opfer zu manipulieren.

Außerden setzen Nachrichtendienste immer noch klassische Spione ein. So werbe China in Deutschland lebende Landsleute an. Als Studenten, Gastwissenschaftler oder Praktikanten getarnt, haben sie Zugang zu den Firmen.

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