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BER : Ex-Flughafen-Chef will Geld sehen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Der gekündigte Manager hatte vor Gericht bekräftigt, er habe Wowereit über Probleme vor Eröffnungstermin informiert

svz.de von
erstellt am 05.Sep.2014 | 07:32 Uhr

Im Streit um die Kündigung des ehemaligen Flughafenchefs Rainer Schwarz hat sich das Landgericht Berlin erneut vertagt. Nach einer weiteren Anhörung gestern stand jedoch fest, dass Mitte Oktober das Urteil fallen soll. In der Auseinandersetzung kämpft der geschasste Manager, dessen Vertrag bis Mai 2016 galt, um Gehaltsforderungen von insgesamt 1,6 Millionen Euro.

Auch am zweiten Verhandlungstag gab es völlig unterschiedliche Interpretationen zu zwei Schreiben, in denen die Unternehmensberatung Mc Kinsey warnte, der Eröffnungstermin im Juni 2012 sei nicht zu halten. Die Experten stützten sich dabei auf Erfahrungen während des Probebetriebs. Und es gibt auch darüber Streit, ob Schwarz dem Aufsichtsrat Fakten vorenthielt.

Während die Anwälte der Flughafengesellschaft argumentieren, die Kontrolleure, allen voran der damalige Aufsichtsratsvorsitzende Klaus Wowereit (SPD), seien über die Warnungen nicht ordnungsgemäß informiert worden, behauptet der 57-jährige Ex-Geschäftsführer, er habe sämtliche Probleme gegenüber Wowereit geschildert und Lösungen aufgezeigt.

„Wir waren alle der Meinung, dass wir die Inbetriebnahme mit Endspurtmaßnahmen hinkriegen“, sagt er. Unklar bleibt jedoch, ob Schwarz die jeweils Mitte März und Mitte April eingegangenen Schreiben der Fachleute dem Aufsichtsratschef bei persönlichen Gesprächen im Roten Rathaus ausgehändigt hatte. „Ich kann es nicht beschwören, meine aber, ich habe es ihm übergeben“, so Schwarz. Da damals die Türsteuerung nicht einwandfrei funktionierte und Zweifel laut wurden, ob die Kapazität der Check-In-Schalter reicht, wollte Schwarz ein provisorisches Terminal in einem Zelt errichten lassen. Die Türprobleme in der Empfangshalle sollten mit zusätzlichem Sicherheitspersonal gelöst werden. Mc Kinsey habe diese Lösung mitgetragen, meint Schwarz. „Die Voraussetzungen waren erfüllbar.“

Tatsächlich kam die nach den Terminproblemen eingesetzte Soko BER des Bundesverkehrsministeriums zu der Einschätzung, dass bis Juni der „Rückstand des Probebetriebs von vier Monaten nicht mehr einzuholen“ war. Auch der Richter Björn Retzlaff deutet an, dass die Zeitvorgaben zum Zeitpunkt der Warnungen längst verstrichen waren. „Wir konnte man da noch so optimistisch sein“, fragt er Schwarz.

Allerdings ist nach wie vor offen, wie Retzlaff die Gehaltsforderungen bewerten wird. „Der Fall ist schwierig“, so der Richter. Man wisse eben nicht detailliert genug, was zwischen Flughafen-Management und Wowereit besprochen wurde, da nichts protokolliert wurde.

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