Braunkohle: protest : Drei Dörfer – ein Anliegen

Rund 800 Menschen beteiligten sich am Sternmarsch in der Lausitz.
Rund 800 Menschen beteiligten sich am Sternmarsch in der Lausitz.

800 Menschen protestieren beim Sternmarsch in der Lausitz gegen neue Braunkohle-Tagebaue

svz.de von
05. Januar 2016, 09:32 Uhr

Mit einem Sternmarsch haben am Sonntag rund 800 Menschen in der Lausitz gegen neue Braunkohle-Tagebaue protestiert. Sie liefen von den Dörfern Atterwasch, Kerkwitz und Grabko (Spree-Neiße) aufeinander zu. Die Orte sind von Abbaggerung bedroht. 2007 hatten die rot-rote Landesregierung und das Energieunternehmen Vattenfall angekündigt, die drei Dörfer umzusiedeln. „Wir wollen blühende Landschaften statt trostloser Abraumhalden“, betonte die Berliner Staatssekretärin für Verbraucherschutz, Sabine Toepfer-Kataw, laut einer Mitteilung. Sie ist das erste Mitglied der Berliner Landespolitik, das an dem Protest teilnimmt. Sie forderte, bei den Verhandlungen zum gemeinsamen Landesentwicklungsplan von Berlin und Brandenburg den sozialverträglichen Ausstieg aus der Braunkohle festzuschreiben.

Die Demonstranten wollen verhindern, dass der Tagebau Jänschwalde in wenigen Jahren möglicherweise erweitert wird. Zudem sollen Pläne von polnischer Seite für den neuen Tagebau Gubin verhindert werden. Das Vorhaben wird von Bürgern auf beiden Seiten der Grenze abgelehnt.

Vattenfall will seine Braunkohlesparte bis Mitte des Jahres verkaufen. „Potenzielle Käufer müssen sich auch auf weiteren Widerstand einstellen“, betonte René Schuster vom Umweltverband Grüne Liga. Mit dem Sternmarsch machen seit neun Jahren Tagebaugegner zum Jahresanfang mobil gegen die Braunkohlepläne.

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