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Preistreiberei bei Äckern: : BVVG wehrt sich gegen Vorwürfe

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Doch BVVG-Niederlassungsleiter Bernd Klages wehrt sich gegen die Kritik von Landwirten, das Unternehmen drehe beharrlich an der Preisspirale.

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erstellt am 26.Feb.2015 | 22:00 Uhr

Es ist viel Geld, dass Bauern derzeit in die Hand nehmen müssen, um ihre Höfe zu vergrößern: Auf 13  700 Euro pro Hektar kletterte im vergangenen Jahr der durchschnittliche Kaufpreis, wenn die Flächen ausgeschrieben wurden – ein Anstieg von 14 Prozent gegenüber 2013. Bei ertragreichen Böden wurden sogar weit über 20  000 Euro erzielt, wie die bundeseigene Bodenverwertungs- und verwaltungsgesellschaft BVVG gestern mitteilte. Zum Vergleich: 2007 kostete ein Hektar im Schnitt nur 3900 Euro.

Doch BVVG-Niederlassungsleiter Bernd Klages wehrt sich gegen die Kritik von Landwirten, das Unternehmen drehe beharrlich an der Preisspirale. „Wir sind keine Preistreiber und auch nicht Verursacher dieser Entwicklung“, sagt Klages. „Boden ist eben ein wertvolles Gut geworden.“ Die globalen Rahmenbedingungen, aber auch der Boom von Energiepflanzen hätten dazu geführt, dass Agrarflächen begehrt seien wie nie zuvor. Dabei hat die BVVG nach seinen Angaben nur einen Anteil von zehn Prozent an den Verkäufen von Äckern und Grünland in Ostdeutschland.

Rund 10  000 Hektar ehemals volkseigener Äcker hat die Treuhandnachfolgerin im vergangenen Jahr verkauft, ein Drittel an Alteigentümer, ein Drittel direkt an Pächter und ein Drittel auf dem freien Markt. Dabei seien fast alle Flächen an ortsansässige Landwirte veräußert oder verpachtet worden, sagt Klages hinsichtlich der Vorwürfe, das staatliche Unternehmen begünstige Investoren. Die ausgeschriebenen Lose waren durchschnittlich elf Hektar groß, an diesen kleinen Flächen hätten auswärtige Kapitalgesellschaften jedoch kein Interesse, argumentiert er.

Die von brandenburgischen Oppositionsfraktionen sowie dem Bauernbund bei Verkäufen vorgeschlagene Vorzugsregelung für ortsansässige Bauern sieht Klages skeptisch. „Es ist die Frage, wie man das rechtlich sauber definiert. Das wird schwierig“, sagt der BVVG-Niederlassungsleiter.

Bauernvertreter werfen der BVVG dagegen vor, die Zahlen schönzurechnen. „Viele Flächen werden in attraktiven Ausschreibungen zum Höchstpreis an Auswärtige verkauft“, sagt Reinhard Jung, Geschäftsführer des Bauernbundes. Er wählt klare Worte: „Das sind mit Steuergeldern hochbezahlte Immobilienkaufleute, die uns Bauern quälen.“ Die BVVG habe kaum etwas unternommen, um die heimische Landwirtschaft zu stärken.

 

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