Studie : Brandenburger sind am häufigsten krank

Auch junge Brandenburger sind oft krank
Auch junge Brandenburger sind oft krank

Jeder Beschäftigte fehlte im Schnitt 18,2 Tage an seinem Arbeitsplatz. Und noch mehr Zahlen einer Studie wurden vorgestellt.

svz.de von
13. März 2014, 22:49 Uhr

Die Brandenburger sind bundesweit am häufigsten krank: Von 1000 erwerbsfähigen Arbeitnehmern waren 2013 im Durchschnitt 50 pro Tag krank gemeldet. Jeder Beschäftigte fehlte im Schnitt 18,2 Tage an seinem Arbeitsplatz. Das geht aus dem von der Krankenkasse „DAK Gesundheit“ vorgelegten Gesundheitsreport 2014 für das Land Brandenburg hervor. Demnach waren im Bundesdurchschnitt lediglich 40 von 1000 Arbeitnehmern krank gemeldet. Ein Beschäftigter fehlte durchschnittlich 14,6 Tage im Jahr.

Für die Untersuchung hatte die DAK die Krankheitsdaten der 115 000 bei ihr Versicherten aus dem Land Brandenburg ausgewertet. Dabei stellte die Studie vor allem den öffentlichen Verwaltungen ein schlechtes Zeugnis aus. In Behörden und Ämtern fehlten an jedem Tag des Jahres durchschnittlich 5,4 Prozent der Mitarbeiter krankheitshalber, im Gesundheitswesen waren es 5,2 Prozent.

„Wir müssen alles daran setzen, die rote Laterne beim Krankenstand wieder abzugeben“, so der Chef des Regionalzentrums der DAK Gesundheit in Potsdam, Ralf Seifert.

Die alarmierenden Zahlen, die sich auch mit Untersuchungen anderer Krankenkassen decken, können Arbeitsminister Günther Baaske (SPD) zufolge mit dem demografischen Wandel im Land zu tun haben. Angestellte im Baugewerbe leben der Statistik zufolge am gesündesten: Ihr Krankenstand von 4,3 Prozent kommt fast an den Bundesdurchschnitt (vier Prozent) heran. Dabei müssten sie nach Einschätzung von Baaske mit am anfälligsten sein, weil der Bau neben Land- und Forstwirtschaft zu den krankheitsintensiven Branchen zähle.

Häufigste Gründe für Ausfalltage waren Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems und der Atemwege sowie Verletzungen und psychische Probleme.

Der demografische Wandel kann nicht alles erklären: Besondere Sorgen macht sich die Krankenkasse um jüngere Arbeitnehmer. Die 25- bis 39-jährigen Brandenburger fehlen überdurchschnittlich oft. Die Zahl ihrer Ausfalltage liegt ein gutes Drittel über dem Bundesdurchschnitt. „Die Arbeitgeber müssten nachhaltiger in die Gesundheit ihrer Mitarbeiter investieren“, fordert der Krankenkassen-Chef. „Denn in diesem Alter bilden sich bereits die ersten Ansätze für chronische Krankheiten.“

Als Beispiel für besonders großes Engagement verwiesen die Studienmacher auf den Kreis Potsdam-Mittelmark. Dort biete die Verwaltung ihren Mitarbeitern zur Prävention sogar Yoga- oder Zumba-Kurse an. Und um Rückenschäden vorzubeugen, komme gelegentlich eine mobile Masseurin ins Haus, berichtet Simone Kühn von der Kreiskoordinierungsstelle für Beruf und Familie.

Auch mit Unternehmen stünde der Landkreis über das Thema Gesundheit und Beruf im Gespräch. Doch die Zahl der Firmen, die aktiv in die Gesundheit ihrer Mitarbeiter investierten, sei in Brandenburg derzeit noch sehr klein.


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