Wirtschaft : Brandenburger Handwerk immer öfter in Frauenhand

Das weibliche Geschlecht erobert zunehmend eine Männerdomäne

svz.de von
07. März 2014, 16:39 Uhr

Nach Angaben der brandenburgischen Handwerkskammern haben etwa 20 Prozent aller Einzelunternehmen eine Chefin. Tendenz leicht steigend. Zwar seien 70 Prozent der Inhaberinnen in den klassischen Frauenberufen wie Friseurin, Kosmetikerin oder Schneiderin tätig, jede 10. Inhaberin sei jedoch in einer Männerdomäne wie Dachdecker, Maler oder Kfz-Mechaniker selbstständig, sagte eine Sprecherin. Die Kammer hat 17 400 Mitgliedsbetriebe.

Auch im Kammerbezirk Cottbus werden etwa 20 Prozent der rund 10 280 eingetragenen Betriebe von einer Frau geleitet. In Frankfurt (Oder) geben in knapp 16 Prozent der Betriebe Frauen den Ton an. In den 12 260 Mitgliedsfirmen gebe es 1954 Frauen als Inhaberin oder Meisterin. Auch hier sind sie meist in den typischen Frauenberufen vertreten. „Wir haben aber auch fünf Dachdeckerinnen“, so der Sprecher. Von den derzeit rund 2070 Lehrlingen seien knapp 370 weiblich. Nach einer bundesweiten Umfrage des Zentralverbands des deutschen Handwerks sind in Brandenburg 31,3 Prozent aller Beschäftigten in den Betrieben weiblich.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sieht trotz aller Fortschritte noch Nachholbedarf bei der Gleichberechtigung. In seiner Videobotschaft zum Internationalen Frauentag betonte Woidke: „Frauen stoßen nicht selten an gläserne Decken, wenn sie beruflich aufsteigen wollen.“ Sie schulterten häufiger als Männer Beruf, Haushalt und Pflege zugleich. Dort, wo gleiche Rechte und gleiche Chancen bestehen, gebe es mehr sozialen Frieden und mehr Wohlstand, betonte der Ministerpräsident.

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