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Patenanmeldungen : Brandenburger Erfindungen sind oft anderswo registriert

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Vom Tsunami-Frühwarnsystem bis zum Pappteller, Vieles wurde in Brandenburg erfunden. Patente werden allerdings in diesem Bundesland seltener angemeldet.

Vom Pappteller über die Reißzwecke bis zum Tsunami-Frühwarnsystem – sie alle wurden in Brandenburg erfunden. Doch Brandenburger Erfindungen werden heutzutage oft andernorts patentiert. Von den 47 336 Patenten, die deutsche Firmen und Erfinder 2013 angemeldet haben, kamen 322 aus Brandenburg – 23 mehr als im Vorjahr, aber 40 weniger als 2008. Diesen Zahlen des Patent- und Markenamtes zufolge machten Brandenburger Erfindungen im vergangenen Jahr 0,7 Prozent der Patenanmeldungen aus. Das ergibt 13 Anmeldungen pro 100 000 Einwohner – deutlich weniger als der bundesweite Schnitt von 59.

Drei Viertel der Anmelder hatten ihren Sitz in Bayern, Baden-Württemberg oder Nordrhein-Westfalen. Die meisten Patentanmeldungen kämen von großen Unternehmen und Forschungseinrichtungen, berichtete Alexander Gallrein von der Zukunftsagentur Brandenburg (ZAB). Die Anmeldung erledigten meist die Muttergesellschaften der Unternehmen. „Die meisten dieser Gesellschaften befinden sich im Westen Deutschlands“, sagte Gallrein. So erkläre sich das Gefälle zwischen den Bundesländern. Im Raum Berlin-Brandenburg gebe es beispielsweise viele Fraunhofer-Institute, deren zentrale Patentanmeldestelle sei in München.


Gezielte Förderung für Hochschulen


Die ZAB kümmert sich um die Innovationsförderung. Das Land Brandenburg und die Industrie- und Handelskammern sind unter anderen an ihr beteiligt. Zur ZAB gehört auch die Patentverwertungsagentur „Brainshell“. Nach Informationen des Brandenburger Wirtschaftsministeriums verfügt „Brainshell“ jährlich über Mittel von Bund, Land und Hochschulen in Höhe von 560 000 Euro. Besonders gefördert werden die Bereiche Bio-Technologie, Informations- und Medientechnik, Energie- und Umwelttechnik sowie die physikalische Technik. Das entspreche den Bedürfnissen der Brandenburger Hochschulen, so Gallrein.

Ein Beispiel aus der Praxis: Zusammen mit den Studenten Christian Holz und Sven Köhler hat Patrick Baudisch, Leiter des Fachbereichs Human-Computer Interactions am Hasso-Plattner-Institut in Potsdam, „Fiberio“ entwickelt. Dabei handelt es sich um einen Touchscreen, der auf der gesamten Oberfläche Fingerabdrücke erkennt. Er kann damit nur von befugten Nutzern bedient werden. Auf die langwierige und kostspielige Patentanmeldung sei er vorbereitet gewesen, erzählte Baudisch. Mit 50 000 Dollar müsse man für ein internationales Patent rechnen.

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