Land und Kommunen bauen zahlreiche Unterkünfte aus : Brandenburg schafft Platz für Flüchtlinge

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Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge musste seine Prognose allein in diesem Jahr fünf Mal anpassen und erwartet nun 200 000 Flüchtlinge. In Brandenburg sind 2014 bereits mehr als 3000 Menschen eingetroffen. 6000 könnten es bis Jahresende sein.

svz.de von
13. November 2014, 22:00 Uhr

Der Terror des „Islamischen Staates“ und die vielen Krisen in Nordafrika haben die Flüchtlingszahlen in Deutschland massiv ansteigen lassen. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge musste seine Prognose allein in diesem Jahr fünf Mal anpassen und erwartet nun 200 000 Flüchtlinge. In Brandenburg sind 2014 bereits mehr als 3000 Menschen eingetroffen. 6000 könnten es bis Jahresende sein – und die Unterkünfte platzen aus allen Nähten.

So waren im Erstaufnahmelager in Eisenhüttenstadt am 31. Oktober fast 1500 Menschen untergebracht – noch vor einem Jahr war die Zahl halb so hoch. Deshalb plant die Zentrale Ausländerbehörde, in Frankfurt (Oder) zwei neue Wohnheime einzurichten. Darüberhinaus sollen bis Dezember in Ferch (Potsdam-Mittelmark) zunächst 50 – später 100 – Flüchtlinge beherbergt werden.

Eine weitere Erstaufnahmestation für 800 Flüchtlinge ist in Doberlug-Kirchhain geplant. Kritiker halten die ehemalige Lausitzkaserne zwar für ungeeignet, weil sie kilometerweit vom Stadtzentrum entfernt liegt und so die Anbindung an das Leben in der Stadt verhindere.


Große Herausforderung für Kommunen


Brandenburgs Innenstaatssekretär Arne Feuring verteidigte im RBB die Pläne jedoch. Er betonte, dass die Flüchtlinge maximal drei Monate in der Station bleiben sollen, und lobte, dass sie „dort die nötige Ruhe haben, um in Deutschland anzukommen“. Pressesprecher Ingo Decker stellte zudem klar: „Wir haben nicht sehr viele Alternativen.“ Probleme bereitet jedoch nicht nur die Erstaufnahme, sondern auch die anschließende Unterbringung. Dies sei eine „Riesen-Herausforderung“ für Kreise und Kommunen, heißt es im Sozialministerium. Seit Beginn des Jahres 2013 sind 31 Standorte eröffnet oder erweitert worden. An mindestens zehn Standorten ist dies geplant.

Sorgen vor möglichem Widerstand der Anwohner macht man sich im Innenministerium indes weniger. „Brandenburg ist tolerant und weltoffen“, ist sich Decker sicher. Es gebe nur wenige, die Ausländer grundsätzlich ablehnen. Verständlichen Fragen und Befürchtungen begegne man mit Anwohnerversammlungen. Meist seien die Unsicherheiten danach geklärt.

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