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Erdgas-Stopp : Brandenburg nicht betroffen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Deutschland bezieht fast 40 Prozent seines Erdgases aus Russland. Obwohl der russische Staatskonzern Gazprom der Ukraine den Hahn abgedreht hat, müssen sich deutsche und damit auch märkische Gaskunden zumindest vorerst nicht auf Engpässe und damit einhergehende höhere Preise einstellen.

Deutschland bezieht fast 40 Prozent seines Erdgases aus Russland – jährlich sind das rund 36 Milliarden Kubikmeter. Obwohl der russische Staatskonzern Gazprom der Ukraine den Hahn abgedreht hat, müssen sich deutsche und damit auch märkische Gaskunden zumindest vorerst nicht auf Engpässe und damit einhergehende höhere Preise einstellen. Bislang seien die Gasströme aus Russland in die EU stabil, sagte eine Sprecherin von EU-Energiekommissar Günther Oettinger am Dienstag einen Tag nach dem Lieferstopp für die Ukraine.

Auch beim Energieversorger EWE AG mit Sitz im niedersächsischen Oldenburg, der weite Teile Ostbrandenburgs mit Erdgas versorgt, bleibt man gelassen. „Unsere Gasspeicher sind gut gefüllt, wir haben Sommer – wenn der Verbrauch ohnehin geringer ist – und der Transit durch die Ukraine läuft weiter“, sagte EWE-Konzernsprecher Dietmar Bücker dieser Zeitung.

Die EWE betreibt drei Gasspeicher im niedersächsischen Stammgebiet sowie in Brandenburg den Speicher Rüdersdorf. Sie fassen insgesamt bis zu 1,9 Milliarden Kubikmeter Erdgas. Allein in Rüdersdorf kann das Unternehmen 130 Millionen Kubikmeter lagern. Dieser Speicher sei derzeit zu mehr als drei Vierteln gefüllt – damit könnten die Kunden in der Region „über mehrere Monate versorgt werden“, sagte Bücker.

Im Übrigen bezieht die EWE für das Ostbrandenburger Versorgungsgebiet nach Bückers Angaben nicht nur Gas aus Russland, sondern auch aus Norwegen, Dänemark sowie aus inländischen Quellen. „Und im Nordwesten haben wir gar kein russisches Gas“, sagte Bücker über die drei niedersächsischen Speicher.

Schon seit längerem in Planung ist ein weiterer EWE-Speicher in Moeckow (Vorpommern). Er soll am Anlandepunkt der Ostsee-Pipeline Nord Stream entstehen, durch die sibirisches Gas direkt aus Russland nach Deutschland strömt. Die Genehmigungen für das Projekt lägen vor, sagte der Sprecher. Die EWE suche aber noch einen strategischen Partner.

Auch wenn die Politik trotz der Ukraine-Krise derzeit keine Gefährdung der Gasversorgung in Deutschland sieht, untätig ist sie nicht: So prüft Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) den geplanten Verkauf der RWE-Öl- und Gasfördertochter Dea an eine Firmengruppe um den Russen Michail Fridman. Die Bundesregierung kann bei solchen Geschäften unter bestimmten Umständen ein Veto einlegen, wenn sie die Versorgungssicherheit gefährdet sieht.

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