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Wowereit und Mehdorn Verkünden : BER bekommt eine Finanzspritze

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Und wieder wird’s teurer. Auch ein erster Zeitrahmen für die Flughafen-Eröffnung ist klar.

Der Berliner Großflughafen BER wird bis zu seiner Eröffnung noch mindestens 1,1 Milliarden Euro kosten. Das gaben der Aufsichtsratsvorsitzende Klaus Wowereit und der Geschäftsführer der Flughafengesellschaft Hartmut Mehdorn gestern am Abend nach der Sitzung des Aufsichtsrates in Schönefeld bekannt. „Das sind die Maßnahmen, die notwendig sind, damit der Flughafen eröffnet werden kann“, sagte Wowereit.

Jeweils ein Drittel des Geldes soll nach Angaben von Mehdorn für Bauleistungen, für den Schallschutz und als „Reservemaßnahmen für Periphäres“ eingesetzt werden. Enthalten seien nach Wowereits Angaben auch 44 Millionen Euro für die Sanierung der Nordbahn sowie 14 Millionen für den Neubau eines Rollwegs.

Der Aufsichtsrat billigte die Finanzspritze für den Flughafen. Die gesamten Baukosten für den BER liegen damit bei insgesamt 5,4 Milliarden Euro. Davon werde ein Anteil von 730 Millionen Euro auf den Schallschutz entfallen.

Mehdorn erklärte, dass man „Ende 2015, Anfang 2016“ für die Fertigstellung des Flughafens ins Auge fasse. „Deuten Sie das bitte nicht als einen Inbetriebnahmetermin“, sagte Mehdorn. „Dazu werden wir uns erst Ende des Jahres äußern, wenn wir eine valide Aussage machen können.“


Fünf Millionen Euro für weitere Planungen


Deutlich wurde auch, dass der Flughafen bereits bei seiner Eröffnung zu klein sein könnte. 2013 hätten die Berliner Flughäfen einen neuen Rekord von insgesamt 26,3 Millionen Passagieren erreicht. Der BER ist für eine Startkapazität von 27 Millionen Fluggästen pro Jahr ausgelegt. „Die Fluggastzahlen steigen rasant an“, sagte Wowereit. „Wir müssen uns darauf vorbereiten, dass es schon bei der Eröffnung zu Kapazitätsengpässen kommen könnte.“ Der Aufsichtsrat habe deswegen fünf Millionen Euro Planungsmittel freigegeben. Mit diesem Geld solle überprüft werden, wie Engpässe vermieden werden könnten, durch organisatorische Maßnahmen wie durch bauliche Erweiterungen.

Nach Angaben von Mehdorn habe die Flughafengesellschaft ein erfolgreiches Geschäftsjahr abgeschlossen. „Ohne die Baustelle sind wir Deutschlands erfolgreichster Flughafen“, so der BER-Geschäftsführer.

Zudem beriet der Aufsichtsrat über die Untersuchungen der Taskforce, die nach dem Bekanntwerden des Korruptionsverdachts gegen Ex-Technikchef Jochen Großmann eingerichtet worden war. „Das Ergebnis ist fast so, wie wir es erwartet haben“, so Mehdorn. „Die Verdachtsmomente gegen einen einzelnen Herrn haben sich weiter erhärtet.“ Es seien aber keine weiteren Fälle gefunden worden. „Es geht hier um die kriminelle Energie eines Einzelnen.“

Der Vorsitzende der Landtagsfraktion der Grünen, Axel Vogel, zeigte sich angesichts der neuerlichen Mehrkosten „fassungslos“. „Auch die Aussage, der Flughafen sei zu 98 Prozent fertig, ist angesichts des nun bekannt gewordenen weiteren Investitionsbedarfs von 508 Millionen Euro allein für Umbauarbeiten am Flughafenterminal wenig glaubhaft.“

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