Ausverkauf an Investoren: : Bauernbund schlägt Alarm

Der Bauernbund spricht von einer „dramatische Entwicklung“, durch die der Bezug zu den Dörfern verloren geht.
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Der Bauernbund spricht von einer „dramatische Entwicklung“, durch die der Bezug zu den Dörfern verloren geht.

Bauernbund-Geschäftsführer Reinhard Jung spricht von einer „dramatische Entwicklung“, durch die der Bezug der Landwirtschaft zu den Dörfern verloren geht.

svz.de von
04. Dezember 2014, 07:51 Uhr

Der brandenburgische Bauernbund hat gestern erneut vor einem Ausverkauf der Agrarflächen im Land an Investoren gewarnt. Nach einer Erhebung der Interessensvertretung befinden sich bereits 112 000 Hektar im Besitz auswärtiger Kapitalanleger, was knapp zehn Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Fläche entspricht.

Laut Bauernbund zählen zu den größten Investoren die von verschiedenen Eigentümern geführte ODEGA mit 18 000 Hektar Fläche, die Hamburger KTG Agrar AG mit 17 000 Hektar sowie die Lindhorst-Holding mit 15 000 Hektar, die zu einem Immobilienunternehmen gehört.

Bauernbund-Geschäftsführer Reinhard Jung spricht von einer „dramatische Entwicklung“, durch die der Bezug der Landwirtschaft zu den Dörfern verloren geht. „Die Wertschöpfung wird aus dem ländlichen Raum gesaugt“, so Jung.


Letzter Bezug geht verloren


In einem Schreiben an die Mitglieder des Agrarausschusses im Landtag fordert der Bauernbund eine Änderung des Grundstücksverkehrsgesetzes, nach der vorgeschrieben werden soll, dass ein Erwerber über eine landwirtschaftliche Qualifikationen verfügt sowie seinen Betriebssitz in der unmittelbaren Region hat. Viele Investoren würden allein die Interessen der Kapitalanleger vertreten, begründet Jung den Vorstoß. Durch den Anstieg der Erzeugerpreise auf dem Weltmarkt seien „grüne“ Investments gefragter denn je, erklärt der Landwirt. „Um dem entgegenzuwirken, müssen ortsansässige Bauern gestärkt werden.“

Mit dem „derzeitigem Verkauf an auswärtige Kapitalanleger“ gehe „der letzte Bezug der Landwirtschaft zu den Dörfern verloren, heißt es in dem Schreiben.

Auch die CDU-Fraktion im Landtag fordert die Landesregierung dazu auf, den Ausverkauf zu stoppen. Eine dringliche Aufgabe in dieser Legislaturperiode sei die Schaffung von gesetzlichen Voraussetzungen, um eine ungesunde Verteilung des Grund und Bodens zu verhindern, sagt der agrarpolitische Sprecher Andreas Gliese. Der Fraktionschef der Grünen im Landtag, Axel Vogel, sieht dagegen die Notwendigkeit, die Arbeit der Arbeitsgruppe Bodenmarkt fortzusetzen. Doch werde der Gesetzgeber kaum verhindern können, dass Betriebe an Fonds verkauft werden.

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